Sonntag, 25. März 2007

Taunustour nach Wanderführer, die Zweite


Für heute hatte ich mich wieder mit Carsten zu einer Tagestour verabredet. Die Route hatte ich aus dem Wanderführer Hessen. Startpunkt sollte Niedernhausen sein, Treffpunkt um 10:00 Uhr am Sportheim Königshofen. Allerdings brachte mich erst einmal die Zeitumstellung ein wenig aus dem Konzept. Den Wecker auf acht Uhr zu stellen bedeutete ja theoretisch schon um sieben aufzustehen. Dafür war ich aber doch etwas spät ins Bett gekommen und brauchte dann etwas länger zum Aufstehen. Bad, Frühstück, Rucksack packen und nach Niedernhausen fahren musste ich dann in recht kurzer Zeit bewerkstelligen.

Vom Parkplatz des Sportheims mussten wir erst ein Stück entlang der A3 laufen, bis wir an die nächste Unterführung gelangten. Dann führte der Weg gleich aufwärts zum Wald. Laut Wanderführer sollte gerade der Weg zur Hohen Kanzel recht steil sein. 465 Höhenmeter sollten hier zu überwinden sein. Dementsprechend machte sich mein Handycap mit dem fehlenden Lungenvolumen auch recht schnell bemerkbar, aber mit gezügeltem Tempo ging es schon.
Je weiter wir nach oben stiegen, um so mehr Schnee lag im Wald. Ein letztes Aufbegehren des Winters zum Ende des März? Ich möchte es jedenfalls hoffen, denn ich habe langsam keine Lust mehr auf Wetterkapriolen und Schmuddelwetter.

Beinahe wären wir an der Hohen Kanzel vorbei gelaufen und standen an einem Baum mit diversen Wegweisern, um uns zu orientieren, als ich zufällig über mir etwas wahrnahm. Ein Blick nach oben brachte mich mächtig zum Grinsen. Da hingen mal locker acht paar Wanderschuhe im Geäst und zumindest von unten sahen die nicht unbedingt arg abgelaufen aus. Wer kam denn auf eine solche Idee? Wir fanden den Anblick auf alle Fälle sehr amüsant und ein Foto wert. Dann ging es den Weg ein Stück zurück und den letzten Buckel zur Hohen Kanzel hoch. Einen netten Ausblick hat man hier sicher bei klarem Wetter, aber heute war die Luft eher diesig.

Unser Weg ging weiter westwärts, bis wir an eine Schneise gelangten, die über mehrere Kilometer den Wald
durchschnitt. Dieser wollten wir ein Stück in Richtung Süden folgen, aber auf dem Gefälle war es durch den Schnee recht rutschig. Wir wollten sowieso wieder auf den Waldweg zurück, also nutzten wir die nächste sich bietende Möglichkeit, um die Schneise zu verlassen.

Schließlich erreichten wir den Rheinhöhenweg, dem wir in Richtung Kellerskopf folgten. Nach ein paar Kilometern fanden wir dann einen Platz auf einer von der Sonne beschienenen Bank, der uns zum Rasten einlud, bevor es an den letzten Tourabschnitt ging. Der Anstieg zum Kellerskopf ist relativ kurz, aber steil. Oben befindet sich eine Gaststätte und ein Aussichtsturm, den wir dann auch noch erklimmen wollten. Wie uns oben ein Mann erzählte, hat die Treppe exakt einhundert Stufen, Überhaupt war er sehr mitteilsam und wir wollten eigentlich nur den Ausblick etwas genießen.

Vom Kellerskopf ging es den Weg
wieder ein Stück zurück und schließlich wieder nach Niedernhausen. Der original Wanderweg soll laut Wanderführer 17,5 Kilometer betragen. Wir sind aber nicht immer genau dem vorgegebenen Weg gefolgt. Was dies an der Distanz änderte kann ich aber nicht abschätzen.

Sonntag, 18. März 2007

Das Dosenkochset

Der Bau meines Dosenkochers hatte sich ja bereits als erfolgreich erwiesen. Zwischenzeitlich hatte ich mir im Baumarkt noch Alu-Klebeband besorgt und den Kocher damit umklebt. Das seitliche Leck hatte sich damit recht gut abdichten lassen. Allerdings bringt ein Ultralight-Kocher alleine noch nicht so viel. Ich hatte mir vorgenommen, aus verschiedenen Konservendosen ein komplettes Kochset für kleine Touren herzustellen. Eine Dose Bohneneintopf brachte mich auf die Idee und sollte dann auch als Kochtopf die Grundlage des Sets bilden.

Einige Überlegungen stellte ich wegen dem Topfständer an. Die leichteste Variante, wie z.B. auf einigen MakeYourOwnGear-Seiten gezeigt, besteht lediglich aus etwas Draht. Allerdings hatte ich gerade keinen alten Kleiderbügel oder ähnliches zur Hand. Also versuchte ich mich an der Variante, wie sie ähnlich auch für den Trangia-Kocher zu bekommen ist und nahm eine kleinere Dose, in die der Kocher passte, stellte sie in meine Blechtasse und legte außen ein großes Messer mit feingezahntem Laserschnitt auf. Ich brauchte nur noch die Dose in der Tasse festzuhalten und konnte sie mit dem Messer recht unkompliziert auf Tassenhöhe kürzen. In die verbliebene Seitenwand machte ich mit der Schere drei große V-Ausschnitte bis auf Höhe des eingesetzten Kochers, damit
der Kocher auch entzündet werden kann und genügend Sauerstoff an die Flamme kommt. Für einen besseren Stand schnitt ich vom verbliebenen oberen Dosenabschnitt den Rand ab und setzte ihn auf den Ständer.

Mir fehlte noch ein Deckel für den Kochtopf. Leicht herstellen ließ sich dieser aus dem Material einer Einweg-Aluschale. Ich schnitt mir ein ausreichend großes Stück mit der Schere aus und passte es an die Form des Tops an. Dann wurde der Rand noch etwas begradigt. Eine Seite ließ ich als Griff etwas länger. Zum Verpacken kann man ihn leicht nach unten biegen.
Der Kocher mit Ständer lässt sich leicht im Topf unterbringen. Für Zubehör, wie ein Windschutz aus Alufolie ist ebenfalls noch ausreichend Platz. Wenn der Deckel richtig aufgesetzt ist, dann hält er recht gut geschlossen. Zum Kochen setzt man ihn besser nur leicht auf.

Nach dem Bau musste ich das Kochset natürlich auch gleich ausprobieren. Den Ring setzt man besser erst nach dem Entzünden des Canstove auf, da man ansonsten nicht genügend Platz hat. Ob er allerdings wirklich nötig ist, müsste ich noch mal ausprobieren. Ich bin mir jedoch auch noch nicht sicher, ob zwischen dem Kocher und der Wandung des Topfständers ausreichend Platz ist. Auch ist der Topf noch relativ weit vom Kocher weg und durch den geringen Durchmesser schlagen
die Flammen an der Topfwandung entlang nach oben. Perfekt ist das System sicher noch nicht, aber es funktioniert. Nach etwa sieben Minuten habe ich in der Dose einen halben Liter Wasser zum Kochen gebracht.

Mein Fazit:
Der Abstand zwischen Brenner und Topf sollte noch ein bisschen weiter reduziert werden. Außerdem sollte ich einen niedrigeren Topf mit etwas größerem Durchmesser finden. Dadurch würde nicht so viel Energie an der Topfwand verschwendet werden und der Wasserstand wäre bei gleicher Menge niedriger. Trotzdem war das Experiment sehr aufschlussreich. Mit den richtigen Dosen kann man sich für kleines Geld ein kleines und leichtes Kochset herstellen, das durchaus für kleinere Solotouren taugt.

Bildergalerie:
Dosenkocher die zweite

Freitag, 9. März 2007

Noch mal zur Nahrung

Zwischenzeitlich habe ich mal einen Versuch gemacht und ein handelsübliches Nudelfertiggericht, welches eine Kochzeit von 8 Minuten haben soll, wie eine Trekkingmahlzeit zubereiten wollen. Die Packung war innen auch Alu beschichtet und ließ sich sogar mit dem kochenden Wasser befüllen, ohne auszulaufen. Ziehen ließ ich das Gericht versuchsweise die doppelte Zeit und hatte den Beutel mit einer Fleecedecke als Isolierung umschlagen. Die Nudeln wurden aber dadurch nicht wirklich weich. Hätte ich noch länger ziehen lassen, dann wäre wohl nur das Wasser abgekühlt. Fazit: Solche Maggitüten sollten wohl eher wirklich in den Topf, also höherer Brennstoffbedarf.

Ich habe zwischenzeitlich mal begonnen, Anbieter spezieller Trekkingmahlzeiten zu suchen. Neben Globetrotter gibt es da nämlich noch einige interessante Alternativen. Globetrotter selbst bietet z.B. Adventure Food Produkte an, die als 270 g Packung aber eher für zwei Personen gedacht sind. Daneben bekommt man dort aber auch die recht umfangreiche Produktlinie Trekking Mahlzeiten des schweizer Traditionsunternehmens Katadyn als Ein- und Zwei-Personen-Beutel mit 125 g, bzw. 250 g Inhalt. Ein Besuch direkt bei Trekking Mahlzeiten kann aber auch lohnen, denn im Onlineshop werden Mustersortimente zum Ausprobieren angeboten. Die Mustersortimente enthalten verschiedene Produkte aus dem Sortiment; versch. Einzelpackungen Trekking-Mahlzeiten mit und ohne Fleisch, PowerBar, Viba Schnitten, Peronin, Trekking-Kekse, etc. und haben einen Warenwert von 50,- Euro bei einem Verkaufspreis von 25,- Euro. Zur Auswahl stehen entweder eine Auswahl der
Mahlzeiten, die auch Arved Fuchs 2002 auf seiner Nordostpassagen-Expedition verwendete, oder Mahlzeiten der Mount Everest Jubiläumsexpedition von 2003.
Ein weiterer Anbieter wäre zum Beispiel Spezial-Depot, wo man neben einzelnen Mahlzeiten von Travellunch auch komplette Tagespakete bekommen kann. In diesem Onlineshop kann man sogar einen Kampfpreis anfordern, sollte man einen Artikel bei einem anderen Shop günstiger gesehen haben. Günstiger ist hier tatsächlich nur noch die eigene Herstellung, wenn man einen Dörrautomaten besitzt. Ich weiß jedoch nicht, ob sich dies für den normalsterblichen Urlaubs- und Wochenendtrekker rechnet.

Sonntag, 4. März 2007

Taunustour nach Wanderführer


Heute Vormittag traf ich mich mit Carsten an der Oberurseler Hohemark. Wir hatten uns über das Globetrotter-Forum kennengelernt und uns am 01. März im Globetrotter Frankfurt bei dem interessanten Diavortrag Pole to Pole das erste Mal gesehen. Man ist ja immer froh, wenn man jemanden gefunden hat, der sich ebenfalls für Trekking interessiert, also wollten wir mal etwas zusammen unternehmen und uns kennenlernen.

Den Tourvorschlag für heute hatte Carsten in dem Kompass Wanderführer Taunus gefunden. Vom Parkplatz der Hohemark wollten wir über den Fuchstanz zum Altkönig hoch. Das Wetter passte wunderbar zu dem Vorhaben. Morgens um 10:00 Uhr war es zwar noch etwas frisch, aber die Sonne kündigte einen schönen Tag an.

Entlang des Urselbachs führte uns der Massbornweg stetig nach oben, am Rande der Altenhöfe entlang. Sehr schnell wurde uns bei diesem eigentlich noch recht harmlosen Anstieg zu warm und wir mussten unsere Jacken ausziehen.

Der Waldboden in dieser Gegend ist um diese Jahreszeit immer gerne recht nass, da unter der recht dünnen Humusschicht eine Lehm- und Steinschicht folgt. Das Wasser versiegt so nicht im Boden, sondern sucht sich auf, oder direkt unter der Oberfläche seinen Weg nach unten.

Überall im Wald fühtren kleine Rinnsale das Wasser den Berg hinab, flossen ineinander und vereinigten sich zu kleinen Bächen. Oft lief uns auch auf dem Weg das Wasser entgegen und der Boden war immer wieder durchweicht. Die richtigen Schuhe waren hier entscheidend, wie uns schnell und beruhigend klar wurde.



Ganz viel Froschlaich im Rinnsal am Wegesrand

Nach einiger Zeit gelangten wir über mal steilere, mal gemäßigtere Wege auf das 622 m ü. NN. gelegene Plateau des Fuchstanz. Hier trifft sich alles an Wanderern, Bikern und sonstigen Ausflüglern zur Rast. Dementsprechend viel war los. Nach einer kurzen Orientierung mit der Wanderkarte begaben wir uns zum Anstieg auf den Altkönig. Bald wurde der Weg steil und steinig.

Carsten beim Anstieg

Über einen steilen Kletterpfad gelangten wir das letzte Stück hinauf zum 798 m ü. NN. gelegenen Plateau des Altkönigs. Hier wurde es Zeit für eine Rast. Auf einer Bank sitzend beobachten wir bewundernd die Mountainbiker, die sich auf dem Sattel den Weg zum Gipfel erkämpft hatten. Schon zu Fuß war der Weg nicht ohne.
Trotz Sonne war auf dem Altkönig doch recht kühl. Deshalb machten wir uns bald wieder auf den Abstieg. Auf einem schmalen Pfad zwischen Tannen wanderten wir hinab. Dort war so kühl, dass man seinen Atem in Wolken ausstieß. Erst etwas später und weiter unten wurde es wieder wärmer.

Bis wir wieder unten auf dem Parkplatz der Hohemark ankamen, war es kurz vor drei Uhr. Der im Wanderführer beschriebene Weg sollte etwa 14 Kilometer lang sein. Mit unseren kleinen Umwegen waren wir wohl noch etwas weiter gelaufen. Alles in allem war die Tour zwar etwas anstrengend, führte aber abseits der regulären Waldwege über schöne Abschnitte und eröffnete ein paar schöne Aussichten über den Taunus.







Sonntag, 25. Februar 2007

Teutoburger Wald für Kurzentschlossene

Endlich konnte ich mal ein paar Tage Resturlaub nehmen und schon wurde das Wetter schlechter. Die Lust auf eine kleine Tour nahm trotzdem nicht ab. Meine erste Überlegung war eine Tour entlang des Rheins nach Worms, die ich mir mal vorgenommen habe. Ich hatte sogar schon meinen Trekkingrucksack mit dem Nötigsten gepackt und online mehrfach die Wetterdaten geprüft, aber mein alter Schlafsack bringt nicht den nötigen Schlafkomfort für die noch immer kühlen Nächte und den neuen Daunenschlafsack habe ich gerade erst am Wochenende bestellt. Also verschob ich diesen Trip noch mal und packte den Rucksack wieder aus. Allerdings wollte ich dann wenigstens irgend eine nette Tagestour machen. Auf fernwege.de schaute ich mir zum x-ten Mal die Wanderwege an, deren Anfahrt für eine Tagestour in Frage kamen und entschied mich nach einigem hin und her für ein Stück des Hermannsweges im Teutoburger Wald. Der südlichste Abschnitt von Detmold über das Hermannsdenkmal und die Externsteine nach Velmerstot gehört angeblich eh zu den landschaftlich schönsten Abschnitten des Weges und liegt für mich noch am nächsten. Die Externsteine wollte ich eh schon seit langem mal besuchen. Damit sich das für einen Tag lohnt, entschied ich mich dafür, schon abends zu fahren und die Nacht im Auto zu verbringen. Also packte ich meinen kleinen Rucksack, etwas Proviant und meinen Schlafsack, zog meine Klamotten an und fuhr noch mal in die Stadt. Ich musste eh noch etwas Zeit überbrücken und wollte schauen, ob ich vielleicht eine Wanderkarte bekomme. Das hätte ich mir allerdings sparen können. Die fraglichen Geschäfte hatten für den Teutoburger Wald maximal eine Fahrradkarte und ich bekam nur angeboten, dass man mir eine Karte bestellt. Klar. Ok, der Hermannsweg als einer der großen Fernwanderwege sollte ja wohl entsprechend markiert sein. Außerdem könnte ich Vorort noch Glück haben und eine Karte finden. Also fuhr ich einfach so los.

In der Karte meines Navis hatte ich mir als Ziel Leopoldstal gewählt. Die Straße, welche lt. Internet direkt zum Wanderweg führt, erreichte ich nach 308 Kilometern. Der Weg dorthin hatte sich etwas gezogen, aber dafür musste ich dann auch nicht mehr so viel Zeit totschlagen. Direkt an der Straße war ein großer und relativ dunkler Parkplatz des ansässigen Sportvereins. Den hatte ich ganz für mich alleine. Also richtete ich mich im Auto gemütlich auf dem Beifahrersitz ein. Meine Kerzenlaterne hängte ich am Riegel des Faltdachs auf, dann schlüpfte ich in den Schlafsack und las noch ein wenig Outdoor Magazin zum Einstimmen.
Nachts weckte mich dann der erste Regenschauer und irgendwann wollte mein Schlafsack nicht mehr richtig wärmen, aber mein Fleece schuf glücklicherweise Abhilfe.
Als ich morgens wach wurde war es tatsächlich schon fast acht Uhr. Zwischenzeitlich hatte es sich eingeregnet und die Scheiben meines Autos waren durch die hohe Luftfeuchtigkeit innen fast ebenso nass wie außen. Bei dem Wetter konnte ich meinen Spirituskocher nicht draußen in Betrieb nehmen, also musste ich etwas improvisieren, um wenigstens einen heißen Kaffee zu bekommen. Kurzerhand benutzte ich die Rückbank als Kochstelle. Für etwas Wasser zu erhitzen ging das mit der entsprechenden Aufmerksamkeit schon mal.


Nach dem Frühstück begab ich mich dann zum Ende der Straße und fand am Waldrand eine Infotafel. Vom Hermannsweg war da aber keine Rede. Lediglich Rundwanderwege waren aufgeführt. Ich markierte meinen Ausgangspunkt im GPS und lief einfach los. Der Weg sollte sich schon irgendwie ergeben. Aus dem Schotterweg wurde schon bald ein schmaler, völlig durchweichter Waldpfad, der bergauf führte. Die Trekkingstöcke dabei zu haben zahlte sich hier sehr schnell aus.
Oben im Wald gelangte ich auf einen breiten Waldweg und die ersten Markierungen, die mir aber ohne die passende Wanderkarte nicht viel sagten. So orientierte ich mich zuerst einmal ein Stück am Eggeweg,
einem insgesamt 72 km langen Steckenweg über den Kamm des Eggegebirges und Bestandteil des Europäischen Fernwanderweges E1. Als ich einen netten Kletterpfad fand, der weiter bergauf Richtung Eggeturm führte, ließ ich mich nur allzu gerne verleiten. Steil, steinig, nass und mit viel Wurzelwerk durchzogen war der Pfad eine richtige kleine Herausforderung und brachte mich etwas außer Puste.

Oben auf dem Velmerstot angekommen hatte ich dann einen grandiosen Blick auf das Nichts. Es war so diesig, dass man nur schemenhaft die nächste Erhebung sehen konnte. Als dann auch noch der Regen aufhörte, war es plötzlich völlig still und unwirklich. Der Lippische Velmerstot ist mit 441 Meter ü. NN. die zweithöchste Erhebung des Eggegebirges. Normalerweise hat man vom Gipfel einen guten Blick über das Land und sieht im Nordwesten sogar das Hermannsdenkmal.

Der Weg führte mich an den kleinen Obelisken, der auf den Felsen aufgerichtet steht. Auf ihm kann man die Aufschrift „Komm’ gern zu mir, doch schone mich, denn alles hier geschah’ für Dich.” lesen. Ob sich dieser Spruch auf Konstantin Mehring bezieht, zu dessen Ehren nicht weit davon auch eine Schutzhütte errichtet wurde, entzieht sich meiner Kenntnis. Der Rechtsanwalt und Notar Konstantin Mehring war 32 Jahre lang Hauptvorsitzender des Teutoburger-Wald-Vereins und verfasste auch eine auch das Buch Der Hermannsweg, Kammweg des Teutoburger Waldes.
Vor dem Obelisken zeigt ein Wegweiser nach links in Richtung Externsteinen. Als ich diese Richtung einschlug, endete der kleine Trampelpfad jedoch bereits nach kurzem an einem Waldhang. Geradeaus weiter hätte der Weg wieder zurück in Richtung Leopoldstal geführt. Im Wald hatte ich recht häufig Aussetzer im GPS-Empfang, was die Orientierung noch etwas erschwerte, aber die Externsteine sollten von meinem augenblicklichen Punkt aus in der entgegengesetzten Richtung liegen. Also entschloss ich mich umzudrehen. Als ich etwas später einem Jogger begegnete, gab der mir den Tipp in Richtung Silbermühle herunter zu gehen. Das deckte sich mit meinen Vermutungen.
Der Abstieg hinunter ins Silberbachtal war ebenso steil und unwegsam wie der andere Pfad vorher. Er führte bis an die Rückseite der Silbermühle, einem wirklich nettem Waldhotel in einer ehemaligen Mühle direkt an einem Teich. Hier bekam ich dann neben einem heißen Milchkaffee auch endlich meine Wanderkarte. Als ich im Restaurant den Rucksack abgesetzt hatte und die Jacke auszog, merkte ich erst, dass die frische Imprägnierung meiner Funktionsjacke anscheinend nicht richtig funktionierte. Nach dem Waschen und Trocknen sollte man Goretexmembranen entweder im Wäschetrockner, oder durch Bügeln reaktivieren. Meine Experimente mit dem Fön waren offensichtlich nicht ausreichend. Schön, dass man sowas immer erst unterwegs bemerkt.

Bewaffnet mit der Wanderkarte konnte ich schließlich meinen Weg fortsetzen. Bald setzte dann auch der nächste heftige Schauer ein und den Regenponcho hatte ich zwischenzeitlich wieder im Rucksack verstaut. Bis ich den anziehen konnte, war meine "Funktionsjacke" völlig nass. Also beschloss ich den Poncho anzulassen. So fror ich wenigstens nicht.
Über den breiten und unspektakulären Wanderweg A5 gelangte ich nach einigen Kilometern schließlich an die Externsteine. Als ich den Weg hinauf ging und hinter den Bäumen plötzlich die Felsformation auftauchte, war ich sehr erleichtert. Allerdings muss ich gestehen, dass ich mir die Externsteine weitläufiger vorgestellt hatte. Na gut, die Felsgruppe ist bis zu 40 Meter hoch und erstreckt sich über mehrere hundert Meter Länge, aber das Meiste davon ist im Wald versteckt. Lediglich 13 der Felsen stehen relativ frei. Etwas abenteuerlich wirkten die nassen steilen Treppen, die auf die Felsen hinaufführten. Der so genannte Grottenfelsen ist der vorderste Fels und hat oben eine Aussichtsplattform. Die Aussicht von dort oben war schon ganz nett, zumal sich der ganze Regendunst zwischenzeitlich verzogen hatte. Dahinter befinden sich der Turm- und der Treppenfels, welche miteinander durch eine kleine Brücke verbunden sind. Ich machte noch ein paar Fotos und als dann eine größere Wanderschar anrückte, trat ich meinen Rückweg an. Dieses Mal wählte ich aber einen kleinen Weg, der parallel zum Wanderweg A3 verlief und den ich für mich alleine hatte. Überraschenderweise war der Weg zur Silbermühle von hier aus recht gut ausgeschildert und ich kam ohne viel zu suchen dort an. Dann begann mein letzter Aufstieg zurück auf den Velmerstot. Langsam ging mir hier etwas die Puste aus. Außerdem spürte ich beginnende Blasen an beiden Füßen. Irgendwann sollte ich mir doch mal neue Schuhe leisten.
Oben auf dem Waldweg angekommen musste ich mich noch mal per GPS orientieren, um den richtigen Rückweg zu meinem Auto zu finden. Wenn ich den Empfänger während dem Laufen hoch hielt, hatte ich immerhin Satellitenempfang. So kam ich dann auch etwas später endlich an meinem Auto an. Zum Glück hatte der Regen wieder aufgehört. Während ich wenigstens meinen nassen Fleece und die Jacke gegen einen trocknen Fleece und mein Thermohemd tauschte, kochte ich mir mit dem Spirituskocher noch mal etwas Wasser für einen Tee zum Aufwärmen. Nach einer kleinen Stärkung begab ich mich auf den plötzlich sehr lang erscheinenden Nachhauseweg.

Kleine Fotogalerie zur Tour:


Freitag, 23. Februar 2007

Globetrotter Internet-Aktion

Seit ich im letzten Globetrotter Newsletter von der Marmot-Internetaktion las, verfolge ich das Angebot im Onlineshop in regelmäßigen Abständen. Da sind einige sehr verführerische Schnäppchen zu machen und einige Artikel mittlerweile verständlicherweise auch schon ausverkauft.

Mein alter Salewa-Kunstfaserschlafsack ist in den letzten Jahren recht strapaziert worden und hat auch schon Bauschkraft verloren. Das macht sich gerade in kühlen Nächten im Früh- oder Spätjahr und vor allem im Rückenbereich bemerkbar.

Ich habe mir in den letzten zwei Monaten einige Schlafsäcke angeschaut und nachdem ich auch viele Erfahrungsberichte gelesen habe, ging mein Interesse trotz anfänglichen Bedenken doch in Richtung Daunenfüllung. Einziges Manko war bisher der hohe Preis eines vernünftigen Drei-Jahreszeiten-Schlafsackmodells, welches ich mir als Anforderungskriterium setzte. Die speziellen Ultraleichtmodelle sprengten definitiv meinen Rahmen. Aber heute nochmal die Internetaktion durchgeschaut, schaue ich mir auch mal die Details des Marmot Sawtooth an. Der Komfortbereich liegt bei -4°C, das Limit weit darunter, aber das sind halt immer subjektive Werte. Die Füllung besteht aus 625g Gänsedaune mit einer Bauschkraft von 600 cuin. Man sagt, dass gute Daunensäcke ab etwa 550 cuin haben und ab etwa 650 cuin die Spitzenklasse anfängt. Somit wäre der Schlafsack auf alle Fälle ok. Die Maße reichen für meine Statur, der Reißverschluss hat eine Abdeck- und eine Schutzleiste. Ein Wärmekragen ist für kältere Nächten ebenfalls vorhanden. Neben dem kompressionierbaren Packsack ist auch schon ein Aufbewahrungsbeutel im Lieferumfang, denn Daune muss sich so oft wie möglich entfalten können, damit die Bauschkraft nicht so schnell nachlässt.

Quelle: www.marmotmountain.com

Ich hätte mir den Schlafsack eigentlich gerne mal im Laden angeschaut, aber Globetrotter hat den nicht in der Filiale. Der gute Mann von der Schlafsackabteilung meinte aber, dass diese Internetaktion der absolute Hammer wäre und ich mich glücklich schätzen könnte, wenn ich noch einen Sawtooth aus der Aktion bekäme. Er meinte, dass selbst der reguläre Globetrotter-Preis von 199,95 Euro ein günstiges Angebot wäre. Diesen Schlafsack aber auch noch für 99,95 Euro zu bekommen, darüber solle man eigentlich nicht lange nachdenken. Er bot mir aber an, dass sie den Schlafsack bei Nichtgefallen gerne in der Filiale abnehmen würden.

Dank Internet begab ich mich noch ein wenig auf die Suche und fand interessante Bewertungen und Preise zum Orientieren. So z.B. Trailspace, wo der Schlafsack bei 8 Bewertungen 4,5 von 5 möglichen Sternen erhielt. Der Verkaufspreis lag zwischen $ 159,15 und dem unverbindlichen VK von $ 199,00 Dollar. Bei Backpacker.com fand ich auch noch einen alten durchaus positiven Testbericht zu der Marmot Sawtooth Modellreihe. Dann hab ich es getan. Der Schlafsack ist bestellt. Glücklicherweise läuft die Tage eine Internetauktion aus und ich bekomme für mein kleines Lowrance iFinder GPS wieder etwas Geld rein. So tut die neue Investition nicht gleich wieder weh.

Das TV-Angebot für Trekker und Abenteurer

Manchmal sitzt man zuhause, plant vielleicht sogar gerade einen Trip, und wünscht sich, man könnte schon mal etwas abtauchen vom Alltag und dem schmuddeligen deutschen Winter. Vielleicht ist man sogar auf der Suche nach seinem nächsten Ziel. Im TV findet man zumindest als Sat-Empfänger schon das eine oder andere Programm, das einem auch in der dunklen und kalte Jahreszeit zu Fernweh verhelfen kann. Meine persönlichen Tipps möchte ich hier mal aufführen:
  • Auf Terranova laufen viele Natur- und Kultur-Reportagen. Speziell die deutsche Überarbeitung WeltenBummler des amerikanischen Globe Trekkers hat immer wieder nette Reiseberichte im Angebot. Einzig die vielen Teleshopping-Beiträge finde ich etwas nervig.
  • Auf MDR laufen gleich zwei interessante Reihen:
    • Für Wanderer gibt es die Sendung Rucksack, die nun schon seit über zehn Jahren von Heike Opitz und Robby Mörre aktiv moderiert wird. Sie stellen interessante Wanderwege in ihren Sendungen vor, indem sie sie einfach mit der Kamera begehen. Der schottische West Highland Way wurde in dieser Sendereihe schon ebenso vorgestellt, wie auch der irische Kerry Way. Außerdem kann man vergangene Sendungen auch in einer DVD-Kollektion erwerben.
    • Für Bergsportler wird außerdem etwa einmal im Monat das Magazin Biwak ausgestrahlt. Der Moderator Thorsten Kutschke ist selbst aktiver und begeisterter Outdoor-Urlauber (Ski, Trekking, Biking, Bergtouren) und mit seinem Team immer aktiv outdoor unterwegs.
  • Mein persönlicher Favorit ist der britische Travel Channel, für den man halt nur ein wenig Englischkenntnisse haben sollte. Hier wird auch das Original des Globe Trekker ausgestrahlt, wenn man lieber die Moderatoren selbst reden hören möchte. Daneben gibt es aber auch noch einige andere nette Beiträge, wie zum Beispiel Earthwalkers, in dem Backpacker ihre Erlebnisse zeigen und Tipps geben, oder auch den Thrill Seekers Guide für alle, die mehr Abenteuer suchen. Mein Tipp: einfach mal reinschauen!
  • Ansonsten kann man sich zum Thema Reisesendungen noch einen Drei-Tage-Überblick bei Themen-TV verschaffen. Hier bekommt man Programmhinweise für einzelne Sendungen der verschiedensten Sendeanstalten, durchaus auch mal mit Hörfunk-Tipp.