Montag, 21. November 2011

Montura Stretch Pro Jacket

Vor ein paar Wochen erhielt ich die Gelegenheit, einen Stretchfleece-Midlayer, also eine dünne wärmende Zwischenschicht auszuprobieren, welche man bei kühleren Temperaturen als zweite Bekleidungsschicht unter der Jacke tragen kann. Die Bergfreunde haben mir diese Jacke freundlicherweise zum Testen überlassen.

Von der jungen italienischen Marke Montura hatte ich bisher noch nichts gehört, aber wie sich herausstellte, ist der Hersteller beispielsweise einer der offiziellen Sponsoren des bekannten Bergsteigers Hans Kammerlander und die Marke angeblich bereits jetzt ein Geheimtipp. Der Stammsitz der TASCI SRL, unter deren Dach Montura produziert wird, liegt in Rovereto im Trentino, unweit des Gardasees, und bietet somit die ideale Umgebung für einen Hersteller von Bergsport- und Outdoorbekleidung.

Stretchfleece Außen- und Innenseite
Stretchfleece Außen- und Innenseite
Die Montura Stretch Pro Jacket macht jedenfalls einen guten Eindruck. Es handelt sich dabei um eine 360 Gramm leichte Fleecejacke aus sogenanntem Waffelfleece, das durch seine Struktur Gewicht einspart und isolierende Luftkammern bildet. Stretchfleece-Jackets sollen vor allem für dynamische Aktivitäten bestens geeignet sein, wie man liest.
Die Verarbeitung ist sauber und die Jacke sitzt wirklich hervorragend. Das Tragegefühl ist entsprechend angenehm. Auffallend sind auch auf Rucksäcke abgestimmte Details. So sind die Schulterpartien extra verstärkt und die Seitentaschen höher angesetzt, um einen Zugriff über dem Beckengurt zu gestatten. Auch die Napoleontasche ist so positioniert, dass sie mit geschlossenem Brustgurt genutzt werden kann. Interessanterweise gelangt man bei meinem Exemplar über diese Tasche sogar bis in den Kragen. Falls das tatsächlich Absicht ist, dann hat man so auf Reisen ein nettes kleines Versteck für Geldscheine, Traveller-Checks etc.
Alle Taschen sind natürlich mit Reißverschlüssen versehen und stammen wie der Jackenverschluss vom Markenhersteller YKK. Die Ellbogen sind ausgearbeitet und ebenfalls verstärkt und der Kragen innen mit feinem Fleece besetzt, in dem gerne mal Flusen hängen bleiben. Das ist aber natürlich nicht tragisch.

Das Tragegefühl ist wie gesagt wirklich angenehm, egal, ob man nun lediglich ein Funktionsunterhemd darunter trägt, ein Langarmshirt oder sogar einen Fleecepullover. Darüber trug ich bei meinen Wanderungen durch die Rheinauen und das hessische Ried bisher je nach Witterung eine dünne Regenjacke oder eine robuste Hardshell, denn bei meiner ersten Tour, nur mit der Montura Stretch Pro Jacket bekleidet, war es sehr herbstlich und der Wind pfiff ganz schön durch das Material und kühlte mich aus.
An den kühleren Herbsttagen musste ich mich zwar auch mit Hard- oder Softshell darüber immer erst etwas warmlaufen, aber dann hielt das Waffelfleece tatsächlich angenehm warm. Selbst bei einem strammeren Marsch durch den Odenwald hatte ich dabei nie das Gefühl zu überhitzen oder übermäßig zu schwitzen. Zumindest für die Wanderpausen an kühleren Sommerabenden und herbstliche Aktivitäten hat mich Stretchfleece also überzeugt. Das Material ist leicht, angenehm zu tragen und isoliert in der Übergangszeit ganz gut. Dabei fand ich auch die Atmungsaktivität recht gut. Für den Winter könnte es jedoch etwas zu dünn sein.

Die Montura Stretch Pro Jacket ist für Herren in den Größen S bis XXL in den Farben blau-schwarz und rot-schwarz erhältlich. Speziell auf die weiblichen Bedürfnisse zugeschnitten ist die Women´s Stretch Pro Jacket. Sie ist in den Größen XS bis L in den Farben nature oder blau-schwarz erhältlich. Mit einem Preis von rund 120,- Euro liegen beide Artikel laut meinen Recherchen wohl im mittleren Preissegment. Würde ich die Jacke nach den bisher gesammelten Erfahrungen kaufen? Durchaus, denke ich. Dennoch werde ich die Stretch Pro Jacket noch weiter testen. Im Winter sind ein paar Schneeschuhtouren geplant und spätestens im kommenden Frühjahr soll mein Kajak wieder aufs Wasser. Eine Ergänzung dieses Berichts ist also durchaus möglich.
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