Mittwoch, 25. Juni 2014

Zurück an den Kühkopf


Meine letzte Tour auf dem Erfelder Altrhein ist schon einige Zeit her. Als mein Paddelkollege Martin mich abends fragte, ob wir nicht am kommenden Tag mal wieder eine schöne Paddeltour zusammen unternehmen könnten, einigten wir uns daher recht schnell auf die Runde um den Kühkopf. Das sollte mir auch endlich die Gelegenheit geben, das Ally Challenger auf dem Rheinstrom zu testen. Wochenende und schönes Wetter bieten schließlich immer die idealen Voraussetzungen für viel Betrieb auf dem Rhein und damit viele Wellen. Ein Großteil der rund 23 Kilometer langen Paddelrunde verläuft aber über den Erfelder Altrhein. Hier gibt es viel Ruhe und viel Natur zum Genießen.

Angehen kann man diese Tour auf verschiedene Weisen. Auf rheinland-pfälzischer Seite bietet sich als Einsatzstelle die Bootsrampe bei Guntersblum, nicht weit entfernt vom Bootshaus der Wassersportfreunde Guntersblum e.V. Von hier kann man entweder stromaufwärts bis zur Einmündung in den Kühkopf auf der hessischen Seite paddeln und dann mit der sehr trägen Strömung den Erfelder Altrhein hinab, oder man paddelt etwas stromabwärts und dann die breite Altrheinmündung hinein. Auf dieser Seite befindet sich auch die Zufahrt zu den Yachthäfen. Außer einigen bei schönem Wetter vor Anker liegenden Motorbooten ist aber meist nichts davon zu merken und durch die Breite des "Altrheindeltas" kann man sich auch sehr schön aus dem Weg gehen.
Wir entschieden uns dieses Mal aber für einen Start auf hessischer Seite. Hierfür bietet sich zum Beispiel das Bootshaus des TSV Pfungstadt e.V. an. Deren Anleger ist nebenbei bemerkt aber auch ein wunderbarer Anlaufpunkt zum Pausieren, wenn man von Guntersblum aus startet. Kühle Getränke werden dort nämlich auch ausgeschenkt.

Wir beschlossen den Altrhein hinauf zu paddeln und dann gegen das einströmende Wasser auf den Rhein hinaus und stromab zurück. Der Wasserstand war innerhalb eines Tages um weitere elf Zentimeter auf gerade einmal 1,33 Meter gefallen. An der Einmündung sollte somit kein so allzu großer Wasserdruck herrschen. Bei höherem Wasserstand hatte ich da sogar mit dem schlanken Seekajak auch schon ganz schön zu kämpfen. An diesem Tag konnte ich aber bereits am Anleger mit meinem Stechpaddel den Grund erreichen. 
Da wir diese Paddeltour erst Abends ausgemacht hatten und ich am Morgen noch mit dem Hund raus musste, blieb mir nicht ganz so viel Zeit für die Vorbereitung. Erst beim Ausladen fiel mir dann auf, dass ich weder meine Paddelschuhe, noch die Isomatte zum Auslegen im Faltcanadier dabei hatte. Wie sich später herausstellte, nicht die einzigen Unaufmerksamkeiten. Dass ich schon locker vier Jahre nicht mehr hier war, merkte ich auch recht schnell an der Strecke. Man paddelt den Altrhein hinauf, das Wasser wird seichter und der Arm schmaler, die sachte Strömung wird etwas spürbarer, aber die Einmündung kommt und kommt nicht näher. Herrlich ist die Ruhe. In diesen Bereich verirren sich lediglich ein paar Angler und ab und an kommt einem ein anderer Paddler entgegen. In unserem Fall waren das ein paar Canadier eines stockstädter Verleihers. Die waren schon aus der Entfernung leicht an ihren nicht vorhandenen Steuerkünsten erkennbar. Während wir schmunzelnd vorbei paddelten, versuchten wir ihnen noch ein paar Tipps mit auf den Weg zu geben.

Irgendwann wurde das Wasser so flach, dass Martin ausstieg und den Canadier ziehen wollte. Im Stehen erkannte er dann eine Rinne, in der man doch noch paddeln konnte und brachte das Boot wieder auf Kurs. Auf dem Wasser war es warm und wir waren schon länger unterwegs als gedacht, unsere Getränkevorräte schrumpften schneller als geplant und die ungepolsterten Sitze des Ally begannen bereits ungemütlich zu werden. Gerne hätte ich zwischendurch auch mal in kniende Position gewechselt, aber ich hatte ja auch die Isomatte vergessen. Direkt auf dem Gestänge zu knien ist natürlich nicht drin. Tja, Fluch und Segen eines Faltcanadiers. Schließelich erreichten wir aber doch noch die Einmündung und waren mit ein paar kräftigen Paddelzügen draußen auf dem Rhein. Die ersten Schiffe und Sportboote ließen auch nicht lange auf sich warten und wir konnten schön das Verhalten des Ally längs und quer zu den anlaufenden Wellen testen. Ich finde, es machte eine überraschend gute Figur. Dann waren wir aber erst einmal froh, eine schöne Stelle zum Anlanden an der Sandbank gefunden zu haben und unsere Hinterteile einen Augenblick ausruhen zu können. Da es allerdings schon später als geplant war, zogen wir die Pause nicht unnötig in die Länge. Wir erreichten allerdings beide langsam einen Punkt, der mich etwas an die Zeiten erinnerte, wenn ich früher meine 1200er Harley Sportster zum Saisonstart ausmottete und die ersten Touren machte. Der Bock hatte tiefer gelegt nur noch etwa fünf Zentimeter Federweg auf dem Hinterrad und den flachsten Sitz, den ich damals finden konnte. Das war fast wie Starrrahmen fahren und ich sprach immer gerne davon, dass man sich erst einmal wieder die nötige Hornhaut auf den Hintern schaffen musste. Wir mussten uns gegenseitig schon langsam etwas motivieren und uns klar machen, dass alles immer Kopfsache ist. Im nachhinein muss ich darüber schmunzeln.

Von der Altrheinmündung aus sind es noch immer über acht Kilometer bis zum Anleger des TSV Pfungstadt zurück. Als ich noch im Verein paddelte, konnte ich das sportlicher angehen. Inzwischen muss ich allerdings gestehen, dass mir einiges an Training fehlt. Als wir es dann endlich geschafft hatten, krochen wir fast auf den Anleger. Spätestens auf dem Rückweg im Auto sitzend wurde dann aber schon wieder über andere Bootstouren nachgedacht. Schließlich war und ist es trotz allem ein schönes Hobby. Danach ist mir dann auch noch eingefallen, dass ich ja einfach mal gepolsterte Radhosen anziehen könnte. Auf den harten Schalensitzen des Ally könnte das eventuell ganz angenehm sein.

Montag, 23. Juni 2014

Tensai TB-5000B - Eine kleine Powerbank für unterwegs

Mit japanischer Technologie, schweizer Innovation, einem Forschungs- und Entwicklungszentrum im Technologiepark Adlershof in Berlin und einer eigenen Produktlinie in China gehört die Marke Tensai (japanisch: "Genie") wahrlich zu den großen internationalen Brands. Mit Premiumprodukten und Markenbauteilen arbeitet Tensai an einem, wie man sagt, hervorragenden Ruf und einer langjährigen Tradition. Bei so viel Lobpreisung wollte ich mir doch einmal ein Produkt dieses Power-Spezialisten etwas näher anschauen. Meine Wahl fiel auf die Tensai TB-5000R/B Powerbank, ein mobiles Power Pack mit einer Kapazität von 5000mAh. Die Buchstaben R/B stehen hierbei lediglich für die beiden Farbvarianten Rot oder Blau, wovon ich letzteres geliefert bekam.



Unboxing der TB-5000B - GENIUS Power Bank
Als ich die Verpackung der TB-5000B öffne, fällt mir sofort die kompakte Größe der Power Bank angenehm auf. Mit Palm Size bewirbt Tensai die Größe des mobilen Akkus und tatsächlich passt er locker in die Hosentasche. Dazu gibt es ein Steckernetzteil mit austauschbaren Steckerkontakten (Neben dem Eurostecker zusätzlich BS 1363 für Großbritannien, Irland etc. sowie ein Aufsatz, der am naheliegendsten an GB 1002 erinnert, den chinesischen Standard). Zusätzlich ist neben einem Kfz-Aufladekabel noch ein USB Kabel (USB A auf Mini B) enthalten.

Am Gehäuse der TB-5000B befindet sich seitlich eine Mini-USB-Buchse als Stromeingang zum Laden über das Netzteil, Kfz oder bei Bedarf auch den PC. An der Stirnseite ist eine USB-A-Buchse für den Stromausgang zu finden. Auf der Oberseite zeigen vier blaue LED den Betrieb und Ladestand an und über einen Tippschalter ist das Power Pack ein- und abschaltbar. So weit die offensichtlichen Äußerlichkeiten.

Die TB-5000B im Betrieb
Wie ich bereits erwähnte erfolgt die gesamte Kontrolle über die vier blauen LEDs auf der Gehäuseoberseite. Drückt man den Powerschalter, erkennt man an den LEDs den Ladestand des Akkus. Blinkt zum Beispiel nur eine LED, ist nur noch weniger als 20% Ladung vorhanden. Konstant leuchtend zeigt eine LED 20 - 40% Ladung an, zwei LEDs 40 - 60%, drei LEDs 60 - 80% und vier LEDs dann 80 - 100%. Ein integrierter Mikroprozessor erkennt (zumeist) angeschlossene Geräte und überwacht deren Aufladung. Ist kein Gerät angeschlossen oder wird ein Gerät nicht erkannt, schaltet sich die TB-5000B nach 30 Sekunden automatisch ab.
Die Aufladung der leeren Power Bank dauerte bei mir mit dem Netzteil etwa neun Stunden. Die lange Ladezeit muss man bei Bedarf mit einkalkulieren. Am PC oder im Auto habe ich die Ladung bisher noch nicht getestet. Diese beiden Optionen sind meines Erachtens aber auch eher zum Nachladen zwischendurch geeignet. Interessant fände ich dagegen die Option, die Power Bank unterwegs über ein Solarpannel zu laden. Was dazu nötig ist, müsste mir aber erst einmal ein Fachmann erklären.
Das Aufladen von Geräten mit der TB-5000B klappte bisher bei fast allem, was ich so testete: mein Smartphone, iPad, Actioncam, das Headset meiner Playstation, praktisch alles, was über USB aufgeladen wird. Nur das Handy von Martin wollte das Power Pack nicht als Stromquelle erkennen, als wir am Wochenende auf Kanutour waren. Das fand ich schon eigenartig, aber Ausnahmen bestätigen ja bekanntlich die Regel. Was die Ladekapazität betrifft, so bin ich auf alle Fälle zu folgendem Fazit gekommen: eine volle Ladung des TB-5000 genügt zum vollständigen Laden meines fast leeren Smartphones Huawei Ascend Y300 oder des iPad 2, sofern es ausgeschaltet ist. Auch meine Actioncam Rollei Bullet 3S lässt sich über USB einmal richtig voll aufladen. Vergleicht man hier lediglich Format und Gewicht, so wäre nur für die Actioncam die Mitnahme von passenden Ersatzakkus aber sinnvoller. Will man dagegen für den Fall der Fälle noch eine Stromquelle zum Nachladen von Akkus dabei haben, dann kann so eine Power Bank sehr nützlich sein. Natürlich sind auch unterwegs zum Aufladen von Geräten einige Stunden Ladezeit einzukalkulieren. Dies muss man in seine Tourenplanung schon einkalkulieren.




Übrigens stieß ich zumindest bei den technischen Daten auf der Amazon-Webseite, auf welche bei Tensai.com verwiesen wird, auf den Hinweis, dass die Zelle austauschbar sei und etwa 500 Ladezyklen halten soll. Leider ist auf der eigentlichen Herstellerseite hiervon nichts zu lesen.

Technische Daten Tensai TB-5000B
Input: DC: 5.0V, 1,5A max
Output: DC 5.0V, 1A
Kapazität: 5000 mAh (5A), Sony Li-Pol-Zelle
Gewicht: 138 g
Maße: 99 x 72 x 18 mm

Lieferumfang:
1 x TB-5000B in Blau
1 x USB-Kabel A auf Mini B
1 x Kfz-Adapter
1 x AC-Netzteil (0.5A) mit Reiseadaptern

Freitag, 16. Mai 2014

Noch einmal Nordheimer Altrhein

Morgens um halb neun war ich mit Martin zum Paddeln verabredet. Nach dem Aufstehen sah es noch nach schönem Wetter aus und wir beschlossen, zeitig los zu kommen und direkt am Altrhein im Freien zu frühstücken. Bis wir allerdings mit Sack und Pack dort ankamen, sah es leider etwas anders aus. Graue Wolken verdeckten plötzlich die Sonne und kühler Wind wehte recht ordentlich und ließ uns nach und nach alle verfügbaren Bekleidungsschichten anlegen. Der Canadier musste vorerst als Windschutz für meinen kleinen Holzvergasungskocher herhalten, damit wir uns erst einmal heiße Getränke zubereiten konnten. Die Vorfreude auf unsere gemeinsame Kanutour über den Nordheimer Altrhein konnte diese Wetterentwicklung aber nicht wirklich dämpfen. 
 
Mein Holzvergasungskocher

Frühstück vor der Bootstour
Immerhin ließ der Wasserstand nun endlich ein entspannteres Paddeln zu. Dies war uns letztes Mal ja nicht vergönnt. Hin und wieder mussten wir lediglich an umgestürzten Bäumen etwas aufpassen, hatten aber erst einmal keine großen Hindernisse. So paddelten wir mit der kaum merklichen Strömung gemächlich den Altrheinarm entlang. Dass wir direkt zu Beginn zwei Schwäne als Begleitung hatten, freute natürlich insbesondere Tara. Es hätte wohl nicht viel gefehlt und sie wäre glatt aus dem Canadier gesprungen. Dies führte dazu, dass wir mehrfach das Boot stabilisieren mussten, um nicht zu kentern. Tara aus ihrem Jagdtrieb zu reißen dauerte etwas, also ließen wir den Schwänen erst einmal etwas Vorsprung. 

Immer nur kurz ließ sich die Sonne blicken

Warten auf die nächste Beute

Gegen den Wind zu paddeln ist natürlich nur halb so schön wie es das bei Windstille wäre, zumal es recht kühl blies und ich außerdem hin und wieder wegen des Windes nicht verstand, was Martin mir erzählte. Und riss dann zwischendurch einmal kurz die Wolkendecke auf, war man gleich wieder zu warm angezogen. Beschweren möchte ich mich aber nicht, denn immerhin regnete es nicht.

Kurz vor der Nordheimer Fußgängerbrücke sichteten wir voraus reichlich Holz im Wasser. Am Ufer machte sich ein Angler gerade daran, seinen Angeplatz einzurichten und in Watstiefeln seinen Uferbereich vom gröbsten Holz zu befreien. Als er uns bemerkte, wies er uns darauf hin, dass an der Brücke wohl Schluss für uns wäre. Durch das viele Schwemmholz wäre dort die Durchfahrt blockiert. Wir spekulierten aber auf eine Portage und wollten uns die Bedingungen selbst anschauen. Das Totholz vorsichtig umfahrend legten wir unterhalb der Brücke an einem kleinen Pfad an. Hier konnte ich aussteigen und zur Brücke hinauf gehen, um mir einen Überblick zu verschaffen. Ganze Stämme waren bis an die Brücke getrieben worden und hingen an der Engstelle fest. Zudem gab es unter der Brücke eine Steinschüttung, die bei dem noch relativ geringen Pegelstand eine Stufe bildete und auf unserer Seite das Wasser aufstaute. Auf der anderen Seite war das Ufer durch diese großen, mit dichtem Unkraut zugewucherten Steine zumindest in unseren leichten Paddelschuhen praktisch unerreichbar. Links das Ufer entlang hätte es wohl eine Stelle gegeben, an der man wieder einsetzen gekonnt hätte, wenn wir uns mit einem nicht vorhandenen Buschmesser vom Feldweg aus Zugang verschafft hätten. Kurzerhand entschieden wir, an diesem Punkt herumzudrehen. Ein Stück zurück hatte ein Angler in liebevoller Handarbeit irgendwann einmal einen festen Angeplatz mit diversen Holzstufen und einem Steg angelegt. Dort wollten wir noch mal eine Pause einlegen und die Reste unseres Frühstücks essen. Knapp 4,1 Kilometer einfache Strecke waren uns immerhin vergönnt und die selbe Strecke zurück war mit Rückenwind dann doch ein wenig entspannter zu paddeln.


Montag, 5. Mai 2014

ÆGIR sollst du heißen

Inzwischen habe ich einen Schriftsatz an einen Bekannten geschickt, der alle Arten von Beschriftungen anbietet und mir meine für unsere Bundeswasserstraßen notwendige Bootskennzeichnung auf spezieller Folie für Lkw-Planen aus dem Plotter laufen ließ. Gestern Nachmittag nutzte ich das schöne Wetter und brachte die Beschriftung auf dem Ally Challenger auf. Nun kann ich also auch stressfrei auf dem Rheinstrom paddeln.
Wenn schon einen Namen geben, dann mit Stil, dachte ich mir. Zu einem norwegischen Boot passt wunderbar ein nordischer Name und ÆGIR ist in der Edda ein Meeresriese, der für die Götter Bier brauen sollte. Ihm wurden vor einer Seereise Menschen geopfert, um eine sichere Überfrahrt zu erbitten. Sichere Überfahrt und Bier? Perfekt. ÆGIR sollst du also heißen.


Bei unserer letzten kleinen Paddeltour habe ich mir doch glatt einen Stachel in einem Reifen meines Bootswagens zugezogen und nun hat der Schlauch ein Loch. Erst dachte ich, mit meinem Reparaturset vom Mountainbike könnte ich das locker richten, aber bedingt durch den kleinen Durchmesser dieser Ballonreifen sind die Reifenheber völlig ungeeignet. Die sind in der Standardausführung leider nur aus Kunststoff und biegen sich völlig unter der Spannung des kleinen Ballonreifens. Nun habe ich das Rad in die Fahrradwerkstatt gebracht und bekomme es für sechs Euro geflickt. Einen Platten am Bootswagen zu bekommen sollte eigentlich eine Ausnahme sein und deshalb neues Werkzeug anzuschaffen eher unnötig sein.
Der Rheinpegelstand hat sich inzwischen auch endlich normalisiert und wenn der Bootswagen wieder einsatzbereit ist, steht am Wochenende einer schönen Paddeltour auf dem Altrhein eigentlich nichts mehr im Wege. Nach den vielen Kanuvideos auf Youtube zieht es mich längst wieder raus.

Mittwoch, 30. April 2014

Ray Mears' Canadierabenteuer auf Youtube

Hin und wieder stöbere ich mit verschiedenen Suchbegriffen auf den Videoportalen im WWW. Dabei stieß ich gestern auf einen netten Film über einen Kanutrip von Ray Mears, einem britischen Bushcraft-Spezialisten, Autor und Filmemacher, manchen vielleicht auch bekannt aus der Reihe Durch Kanadas Wildnis, welche zur Zeit auf dem Spartensender ProSieben MAXX läuft. In Zusammenarbeit mit der BBC entstanden zwischen 2002 und 2004 zwei Staffeln der Reihe Ray Mears Bushcraft, die ich bisher bedauerlicher Weise nicht kannte. Umso mehr freute es mich, ein paar Teile der zweiten Staffel auf Youtube zu entdecken. Seinen Kanultrip auf dem kanadischen French River habe ich sehr genossen. Leider ist die Auflösung nicht sehr hoch, aber auf den Fernseher gestreamt war es dennoch ganz in Ordnung. In der gezeigten Umgebung schlägt Paddlers Herz natürlich hoch und Ray Mears paddelt bei der Tour auf den Spuren der Voyageurs, Pelzhändlern und Transporteuren, die zum Beispiel für die Hudson’s Bay Company arbeiteten. Nebenbei gibt er immer wieder durchaus nachvollziehbare Bushcraft-Tipps. Ich hätte danach direkt meine Ausrüstung packen und starten können, wenn es vor meiner Haustür nur die passende Natur gäbe.

Das Kanuabenteuer bette ich hier ein. Es handelt sich dabei um Teil zwei der zweiten Staffel. Teil eins wird aber nicht minder interessant sein. Darin geht es um den Bau seines Birkenrindenkanus. Diesen werde ich mir wohl heute zu Gemüte führen.


Freitag, 4. April 2014

Altrheinrunde

Einen Tag, bevor der Staub aus der Sahara bei uns angekommen ist und den Himmel trübte, hatte ich doch noch Hilfe zum Aufbau des Ally Challenger bekommen. Chris war neugierig aufs Paddeln geworden und hatte sich selbstlos angeboten. Selbst zu zweit kamen wir dann aber etwas ins Schwitzen. Das Gestänge sitzt wirklich noch extrem stramm in der Bootshaut, aber als Lohn winkte die anschließende kleine Paddeltour. Da wir nur noch den Nachmittag Zeit hatten, bot sich die kurze Anfahrt zum Maulbeerauer Altrhein an. Den Faltcanadier schnallten wir auf meinen Dachgepäckträger und fuhren über die Rheinbrücke zum ehemaligen Wormser Campingplatz. Dort wechselte der Canadier auf den Bootswagen, mit dem wir bequem die letzten paar hundert Meter bis zur Einmündung des Altrheins schafften. Hier gibt es eine kleine Kiesbank, die sich wunderbar für die letzten Handgriffe und das Einbooten eignet.

Einsetzstelle an der Einmündung des Maulbeerauer Altrheins

Die ersten paar Meterauf dem Wasser musste sich dann vor allem mein Hund erst einmal etwas beruhigen. Tara ist es noch nicht so gewohnt, in einem Boot zu sitzen und auch noch still zu halten. Darauf war ich aber zum Glück vorbereitet und konnte den schwankenden Canadier einigermaßen stabilisieren. Dann fehlte uns plötzlich fast das nötige Wasser unter dem Kiel. Der vordere Abschnitt dieses Altrheinarms ist die wohl seichteste Stelle, was vermutlich auch dem Umstand zu verdanken ist, dass dieser Seitenarm früher durch einen Damm durchschnitten war und eingespültes Sediment nicht weitertransportiert werden konnte. Seit der Renaturierung vor ein paar Jahren kann das Wasser nun aber endlich wieder ungehindert durchfließen und es hat sich bereits eine Rinne gebildet, die belegt, dass das Sediment nun langsam abgetragen wird. 

Auch für meinen Hund gab es unterwegs viel zu sehen

Schließlich hatten wir das Flachwasser hinter uns gelassen. An der Stelle, wo früher der Damm durch den Altrhein verlief, mussten wir uns noch einmal einen Weg zwischen den Steinen hindurch suchen, die vom Fundament übrig geblieben waren, dann kamen wir in paddelbares Wasser. Lediglich dem einen oder anderen umgestürzten Baum mussten wir mit dem Faltboot hin und wieder ausweichen, aber ansonsten konnten wir den Rest der Strecke genießen. Nur schade, dass uns die Zeit bereits etwas im Nacken saß. Wir sollten also bei nächster Gelegenheitt wieder kommen. Allerdings ist der Wormser Rheinpegel die letzten Tage stetig gefallen. Zuerst sollte es also wenigstens ein bisschen regnen, aber bitte kein Hochwasser...

Mittwoch, 26. März 2014

Beinahe verpasst: Zusammenschluss von Woick und Globetrotter Ausrüstung

Zufällig habe ich heute auf den Presseseiten von Globetrotter gestöbert. Dabei stieß ich auf eine Meldung von letztem Monat, welche mir bisher entgangen war: Woick und Globetrotter Ausrüstung – zwei Urgesteine des Outdoorhandels in Deutschland haben sich gefunden. Hiernach firmiert die Bernd Woick GmbH unter dem Dach von Globetrotter Ausrüstung. 100 Prozent der Geschäftsanteile der Bernd Woick GmbH, inklusive der vier Filialstandorte in Stuttgart, Filderstadt, Ulm und Metzingen (Outlet Center), gehen in die Globetrotter Ausrüstung GmbH über. Dabei baut der Outdoor-Ausrüster auf den vorhandenen Strukturen und Erfahrungen wie im Bereich der technischen Fernreiseausrüstung (z.B. Dachzelte und Fahrzeugausrüstung) der Baden-Württemberger auf. Ein Bereich, den Globetrotter bisher noch nicht abdeckte. Zusammen mit der geplanten Eröffnung einer neuen Globetrotter-Filiale in Stuttgart hat das Hamburger Unternehmen nun also nicht nur eine immense Expansion in den Süden Deutschlands erreicht, sondern auch noch eine weitere Sparte hinzu gewonnen.