Montag, 13. Mai 2013

Lowe Alpine Leichtrucksäcke im Angebot bei Outdoor Broker

Bei Outdoor Broker gibt es gerade ein interessantes, wie immer zeitlich limitiertes Angebot für Leichtgewichtsfans. Die bei vielen Trekkingeinsteigern oder Backpackern bekannten Rucksäcke der Firma Lowe Alpine gehören ja schon zu den Klassikern. Dass der Hersteller aus Colorado auch Leichtrucksäcke in der Produktpalette hat, war mir bisher wohl entgangen. Genau diese werden nun gerade zum Schnäppchenpreis beim Outdoor Broker angeboten. So gibt es den Lowe Alpine NANON 35:40, NANON 40:45 und den NANON 50:60 für 99,95 Euro, 105 Euro und 110 Euro. Einen schönen Eindruck vermittelt das hier eingebettete youtube-Video:


Außerdem im Angebot ist der Lowe Alpine ZEPTON 50, den es in einer Version für Männer und einer eigenen Version für Frauen gibt. Zu bekommen sind beide Varianten für jeweils 89,95 Euro. Auch hierzu habe ich ein Produktvideo eingebettet:

Montag, 6. Mai 2013

Stapellauf des Ally Challenger

Gestern war endlich wieder schönes Wetter. Ein perfekter Tag, um mit meinem Paddelkollegen Martin an den Nordheimer Altrhein zu fahren, den Ally Challenger aufzubauen und die "Seefestigkeit" meines Hundes zu testen. Das war ja bisher mit meinem Einerkajak nicht möglich.

Der Platz, an den wir eigentlich zum Aufbauen und Einsetzen wollten, war natürlich durch Angler belegt. Also mussten wir ausweichen. Der nächst mögliche Zugang zum Wasser war unter der Eisenbahnbrücke. Dort ist es zwar weniger idyllisch und es gibt statt Gras nur einen geschotterten Weg und eine ebensolche Uferböschung, dafür ist immerhin das Wasser im Uferbereich schön flach. Gerade mit Hund hat man somit einen wunderbaren Einstieg.

Paddeltour mit kompaktem Gepäck
Wir luden also unser Gepäck ab und breiteten die Einzelteile des Faltkanadiers direkt auf dem Weg aus. Von der Eisenbahnbrücke herunter konnte man dies wunderbar fotografieren. Dann positionierte ich meine Digitalkamera mit dem Stativ an der Brückenböschung und startete die Filmaufnahme, um den Aufbau zu dokumentieren. Bisher hatte ich das Boot lediglich einmal abgebaut und ein paar Mal das Video mit der Ally-Aufbauanleitung angeschaut. Grundsätzlich wusste ich also, wie der Faltkanadier aufzubauen ist. Trotzdem war klar, dass es beim ersten Aufbau etwas dauern würde. Zumal es in der Sonne ordentlich warm wurde und hin und wieder auch mal jemand neugierig vorbei schaute. Darunter sogar alte Bekannte von mir, die gerade mit den Fahrrädern unterwegs waren. Bei all dieser Ablenkung hatte natürlich niemand bemerkt, dass sich die Kamera irgendwann abgeschaltet hatte. Aber den Aufbau sollte man wohl eh besser erst dann filmen, wenn man ihn beherrscht und nicht ständig Leute "stören". An diesem Tag ging es sowieso primär darum, den Ally Challenger, die Moll Trophy Stechpaddel und die "Seefestigkeit" meines Hundes zu testen. 

Ally Challenger 17 DR in Einzelteilen (Zum Vergrößern anklicken)
Während mein Hund bereits immer größere Steine anschleppte, immer wieder über die Bootshaut des Faltkanadiers tappte und im späteren Verlauf des Aufbaus die Steine sogar in den Kanadier fallen ließ, gerieten wir in der Sonne immer mehr ins Schwitzten. Doch schließlich war der letzte Querspant eingesetzt und als krönender Abschluss das Klettband der Bug- und Heckabdeckungen angedrückt. Ich hatte extra den GorillaPod eingepackt und positionierte mit diesem nun die Rollei Bullet 3S am Bug des Kanadiers. Das funktionierte ganz gut: Zwei Beine des Stativs um das Oberrohr des Bugquerspants gewickelt, ein Bein zum Abstützen von vorne zwischen den Spant und die Bootshaut. Bedienen wollte ich die Kamera mit der Fernbedienung. Wie sich später herausstellte, hatte aber auch das nicht immer funktioniert. Sitzt man im Heck des Kanadiers, dann sieht man halt leider nicht, ob die Kamera am Bug nach einem Knopfdruck auf die Fernbedienung läuft oder nicht. Eine Erfahrung, aus der ich auch wieder gelernt habe.

Der fertig aufgebaute Faltkanadier
Nachdem wir alles im Boot verstaut und dieses zu Wasser gebracht hatten, mussten wir nur noch den Hund hinein bekommen. Also machte ich den Lockvogel und stieg als erstes ein. Siehe da, nach ein wenig Zögern kam meine Kleine tatsächlich Pfote für Pfote ins Boot. Vorher hatte sie natürlich erst noch einen schönen Stein hineingewofen. Ohne Spielzeug geht ja nicht. Martin machte es sich als Schlagmann vorne bequem, ich hatte im Heck das Steuerpaddel übernommen. 
Der Wasserstand des Rheins war recht hoch, sodass selbst hier im Altrheinarm eine sichtbare Strömung herrschte. Diese nutzten wir zum Einpaddeln. Vorbei an Treibholz und überschwemmten Bäumen und Büschen paddelten wir durch die Malbeeraue. Streckenweise fühlt man sich, als wäre man mitten in der Wildnis unterwegs. Ich liebe diese Gegend und war früher schon viel zum Angeln hier. Schon zu der Zeit träumte ich davon, hier mit dem Kanadier zu paddeln. Jahre später war es nun also soweit. Der Ally Challenger ließ sich recht gut manövrieren, aber mein Hund gab einfach keine Ruhe. Dadurch, dass wir ansonsten keine Packlast dabei hatten, reagierte der Faltkanadier auf ihr Hin- und Herlaufen recht kippelig. Angst hatte meine Tara allerdings nicht. Im Gegenteil hängte sie den Kopf aus dem Boot und schlabberte Wasser, spielte mit ihrem Stein und vertrieb sich die Zeit. Wir mussten jedoch ständig gegenhalten, damit das Boot nicht doch noch umkippte. Schließlich beschlossen wir umzudrehen. Martin bot sich an, auszusteigen und sich mit meinem Hund am Ufer zu verweilen, damit ich noch etwas das Solopaddeln testen konnte. Bei der Gelegenheit startete ich mit der Fernbedienung die Rollei-Cam am Bug. Dachte ich zumindest. Erst zuhause bemerkte ich dann, dass es gar keine Aufnahme gab.


Nach mir drehte Martin noch eine ganz kleine Runde und verschaffte mir damit immerhin doch noch einen kleinen Videoclip. Immerhin etwas, wobei ich mich natürlich gerne mal selbst im Video beobachtet hätte. Dann halt nächstes Mal. Für das Demovideo zu meinem Artikel über die Rollei (Link s. o.) sollte es aber genügen. Ich wollte dieses gestern Abend also noch mit dem Windows Live Movie Maker zusammenschneiden. Kleines Intro, Videoclip, Abspann, keine Musik im Hintergrund. Eigentlich kein Problem. Dann ließ sich plötzlich der Lauftext nicht animieren, die Vorschau lief nicht, Speichern als HD-Film ging nicht, die Funktion zum direkten Veröffentlichen bei Youtube ebenfalls nicht. Ganz toll. Irgendwie war da gestern echt der Wurm drin. Nach einem Neustart funktionierte es dann endlich und ich generierte direkt aus dem Tool heraus einen Youtube-Film, der dann online mit sagenhaften 480p gespeichert wurde. Außerdem hat der eigentliche Videoclip ein anderes Format wie Intro und Abspann. Ich bin begeistert...

Freitag, 3. Mai 2013

Funktionsjackentest im aktuellen outdoor Magazin

Das outdoor Magazin veröffentlichte heute einen Test von elf verschiedenen Wanderjacken im Preissegment von 170,- bis 650,- Euro. Es wurde besonderen Wert auf Vielfalt gelegt. So findet sich im Testfeld von der leichten Sommerregenjacke mit zwei Lagen bis zur expeditionstauglichen Dreilagenjacke ein Querschnitt durch das reiche Angebot des Fachhandels. Vier der getesteten Jacken sind wohl besonders zu empfehlen: Als ultraleichter Wetterschutz für den Notfall scheint sich die The North Face Leonidas bewährt zu haben. Etwas komfortabler und dazu noch die günstigste Jacke im Feld war die ebenfalls leichte Zweilagenjacken Schöffel Easy, etwas vielseitiger soll die Jack Wolfskin Steep Ascent sein. Zur robustesten Jacke im Test wurde die dreilagige Rab Latok gekürt.

Der ganze Artikel ist beim outdoor Magazin nachzulesen: Funktionsjacken im Test 2013

Donnerstag, 2. Mai 2013

Ally Challenger 17 DR - Packüberlegungen

Zum Lieferumfang eines Ally Faltkanadiers gehört ja leider kein Packsack. Das optionale Original von Bergans hat ein komfortables Volumen von 225 Liter, würde aber in der Variante mit Trageriemen mit 170,- bis 190,- Euro zu Buche schlagen (Beispiel). Die günstigere Variante ohne Trageriemen scheint nicht mehr hergestellt zu werden. Alternativen wären der von Globetrotter vertriebene Kanurucksack von Ortlieb mit einem Volumen von 160 Liter für rund 120,- Euro oder mit knapp 40,- Euro am billigsten der Kanusack Drammen vom Meru, der mit 255 Liter zwar das größte Volumen, dafür leider aus dem dünnsten Material gefertigt ist. Lange habe ich im Internet recherchiert, aber leider gibt es da wohl keine weiteren nennenswerte Optionen. In der elektronischen Bucht fand ich noch einen gas- und wasserdichten Gummi-Packsack aus Bundeswehrbeständen, der aber nach Rückfrage beim Verkäufer bis zu vier Kilogramm wiegen soll. Das ist definitiv zu viel. Nun überlege ich, eventuell bei einem Planenhändler Lkw-Plane und Klebstoff zu besorgen und selbst einen Packsack mit Rollverschluss herzustellen. Eine Plane mit 2 x 2,5 m in 690 g/m2 würde inclusive 250 ml Pinselkleber rund 30,- Euro zuzüglich Versand kosten. Für den Rollverschluss bräuchte ich dann noch einen Blitzverschluss und eventuell etwas Gurtband. Ich bin mir nur noch nicht sicher, ob ich das in der Größe vernünftig selbst hinbekomme.
Derweil ist der Faltkanadier erst mal in zwei Packen aufgeteilt. Bootshaut und Bodenmatte mit eingerollten Dollborden und Längsspanten bilden den großen Packen, Querspanten, Steven, Sitze etc. passen einigermaßen in meinen großen Ortlieb-Packsack. Von meinem Seayak habe ich extra den Bootswagen zurückbehalten. Dieser ist zwar eher für schlanke Kajaks gedacht, aber wenn ich die Längsauflagen mit Gurten verbinde, kann ich den großen Packen darauf schnallen, ohne dass er durchrutscht. Ob dieser Bootswagen aber auch für Portagen des zusammengebauten Bootes geeignet ist, muss sich erst noch zeigen. Seitlich habe ich an den Packen die Stechpaddel (Moll Trophy) geschnallt. So bekomme ich Handgriffe, um den ganzen Bootskarren hinter mir her ziehen zu können. Oben auf den ganzen Packen kommt der Ortlieb-Packsack mit den restlichen Bootsteilen. Soweit zumindest die Theorie und kurze Strecken wären auf diese Art bereits zu bewältigen. Leider blieben die Paddel allerdings bei längerer Belastung nicht in dieser Position. Ich hatte den Fehler gemacht, dass ich mit dem hinteren Gurt beide Packsäcke zusammenschnallte. Dadurch bekamen die Paddelblätter zu viel Spielraum. Ich muss wohl noch ein wenig experimentieren, um die beste Variante zu finden. Egal, ob ich nun bereits einen großen Packsack habe oder nicht.

 

Donnerstag, 25. April 2013

Ein echter Siegertyp: Exped SynMat 7

Mit diesem Artikel möchte ich mich einer der früheren Innovationen aus der Schweizer Ausrüstungs-Schmiede Exped widmen. Bereits 2002 haben diese mit der ersten Downmat den Anspruch an den Liegekomfort auf Tour erheblich nach oben geschraubt. 2006 folgte die SynMat, welche nach der Markteinführung auch gleich die erste Auszeichnung gewann. Verdienter Weise, wie ich inzwischen sagen kann. Nachdem ich nämlich schon einige Jahre mit einer solchen Isomatte liebäugelte, habe ich in dieser Saison endlich die Gelegenheit erhalten, mir mein eigenes Urteil zu bilden. Hierfür stellte mir Bergfreunde.de die aktuelle Exped SynMat 7 L zur Verfügung. Hinter dieser Modellbezeichnung verbirgt sich die reguläre SynMat mit 7 cm Dicke in der Größe L, was laut Hersteller einer Liegefläche vom immerhin 197 x 52 cm entspricht. Im Gegensatz zu meiner Mammut Light Pump Mat geradezu üppig, wie ich ja schon berichtete.


Geliefert wird die Exped SynMat 7 L in einem Packsack und einem kompakten Packmaß von rund 26 x 16 nachgemessenen Zentimetern. Exped gibt 21 x 16 cm an, was man mit etwas mehr Kompression wahrscheinlich auch noch hinbekommt. Es wird übrigens empfohlen, die neue Matte auszupacken und erst einmal über Nacht offen liegen zu lassen. Schließlich kann sie bis zum Erwerb unter Umständen schon Monate komprimiert in ihrem Packsack in Lägern und Ladengeschäften gelegen haben. Dieser unkomprimierte Zustand empfiehlt sich meiner Ansicht nach dann auch für die Lagerung zuhause. Ich habe Matten, die locker aufgepumpt in einer Lücke neben dem Kleiderschrank stehen. Der Schaum im Innern bleibt so immer schön entspannt. Die Füllung der SynMat besteht dagegen nicht aus Schaum, sondern aus einem Kunstfaser-Vlies (160 g/m² Texpedloft Mikrofaser), welches innen an der Ober- und Unterseite der Matte auflaminiert ist und sich beim Aufpumpen auseinanderzieht. Die Luftkammern sind
dadurch also nicht einfach nur mit Luft gefüllt, sondern mit der isolierenden Kunstfaser. Dies machte sich auch gleich beim ersten Probeliegen bemerkbar. Sehr schnell wurde die Körperwärme von der Matte reflektiert. Hat man zudem den Luftdruck an seine Liegegewohnheiten angepasst, dann könnte man sich tatsächlich wie zuhause im Bett fühlen.
Apropos Luftdruck: Diente bei den ersten Matten noch etwas umständlicher der Packsack als Blasebalg, hat sich bei Down- und SynMat inzwischen das Konzept der integrierten Luftpumpe bewährt. Hierzu ist am Fußende seitlich ein offenporiger PU-Schaum mit einem Ventildeckel eingearbeitet, welchen man mit zwei flachen Händen plattdrückt und dabei quasi eine Handfläche als Rückschlagventil nutzt. Herunterdrücken, Hände weg, bis der Schaum wieder aufgequollen ist, dann erneut mit den flachen Händen herunterdrücken. Genial simpel. Um die rund 90 Liter Volumen der SynMat aufzupumpen soll im Idealfall etwa eine Minute genügen.

Bei den über Ostern herrschenden Temperaturen konnte ich wohl (fast) keine bessere Matte zu testen beginnen. Die Wärmeleistung der SynMat 7 wird mit einem R-Wert von 4,9 angegeben. Mit diesem Wärmedurchgangswiderstand wird die Wärmedämmeigenschaft eines Stoffes angegeben (nähere Informationen sind bei der Konkurrenz sehr übersichtlich aufbereitet). Der angegebene R-Wert belegt laut Exped eine Isolation bis -17° C, was die SynMat zumindest in unseren Breiten zu einer echten 4-Jahreszeiten-Matte macht.

Etwas Recherche zeigte auf, dass bereits 2002 eine für die DownMat in Auftrag gegebene
Untersuchungen der EMPA (Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt) veröffentlicht wurde, aus der hervorgeht, dass üblicherweise drei mal mehr Wärme nach unten als nach oben verloren geht. Demnach ist eine warme Matte also wichtiger als ein wärmerer Schlafsack und es lässt sich durch eine warme Matte durchaus bis zu 20% Gewicht am Schlafsack sparen. Die richtige Kombination macht es also. Trotzdem traute ich mich nicht, jetzt schon meinen Sommerschlafsack einzusetzen. Dafür hatte ich es dann aber auch richtig schön mollig.

Viel Theorie, noch ein paar Worte zur Praxis. Im Rucksack lässt sich die SynMat recht gut verstauen. Als Gewicht werden von Exped allerdings 960 g zuzüglich 18 g für den Packsack veranschlagt. Komfort hat nunmal seinen Preis, wird mich aber zumindest auf zukünftigen Paddeltouren kein Bißchen beeinflussen.

Nach Aufbau des Zeltes wird die Synmat ausgepackt und ausgerollt. Mit offenem Pumpenventil bleibt sie erst einmal liegen, bis der Rest des Lagers eingerichtet ist. In der Zeit kann sich der Schaum der Pumpe etwas entspannen. Die beiden Ventile zum Befüllen und Entlüften befinden sich auf der Unterseite. Von dieser Seite muss man aufpumpen. Hierzu kniet man sich am bequemsten etwas seitlich zu der Pumpe und legt dann beide Hände hintereinander flach auf die Markierungen. Die hintere Handfläche deckt beim Herunterdrücken das Ventil ab, damit die Luft ins Matteninnere gelangt. Wie ich oben schon beschrieben habe, wird vom Hersteller eine recht sportliche Zeit von einer Minute zum Aufpumpen der Matte angegeben. Gestoppt habe ich bei mir einmal etwas über zwei ungeübte Minuten, aber ich arbeite auch noch an meiner Technik. Ich empfehle nach dem Aufpumpen ein Probeliegen. Überschüssige Luft lässt man einfach wieder durch das Ventil ab, bis der Liegekomfort stimmt.

Sehr angenehm finde ich die große Liegefläche der SynMat 7 L. Als Seitenschläfer brauche ich ein Kissen, das ich mir unterwegs immer aus dem Packsack des Schlafsacks bastle. Dort kommen nachts Klamotten rein und als Hülle dient mir ein (Fleece-) Pulli. Exped hat den Packsack der SynMat extra so dimensioniert, dass er sich ebenfalls als Kissen eignet. Ab sofort habe ich also sogar die Wahl. Das Kissen passt bei meiner Körpergröße von rund 177 cm dann jedenfalls vollständig auf die Matte. Bisher hatte ich dieses bei meiner Light Pump Mat oder der Vaude Leichtluftmatratze eher unterklemmen müssen, was ja nicht gerade zu einem entspannten Schlaf führte. All diesen Matten gemein ist hingegen die eher geringere Eignung zum Sitzen. Hierfür würde ich eher eine halbierte Evazote-Matte oder ein selbstaufblasendes Sitzkissen verwenden.

Der Oberstoff der SynMat ist übrigens angenehm weich und rutschfest. Dafür sorgt die verwendete aufgerauhte Polyesterfaser. Ob die aufgeprägte Bienenwabenstruktur hierbei auch auch eine Rolle spielt, ist mir nicht ganz klar. Aber das sind für den Anwender unwesentliche Details. Diesen wird eher interessieren, dass man nicht das Gefühl hat auf einzelnen Wülsten zu liegen. Auch das häufiger im Zusammenhang mit dieser Art von Isomatte genannte Rascheln ist mir bei der SynMat nicht aufgefallen. Ich hatte auch nicht den Eindruck, dass die Matte über Nacht Luft verloren hätte. Soweit also perfek für Leute, die sich unterwegs keiner Askese unterziehen möchten. Bleibt noch das Packen am Folgetag: Ventile auf, Matte mehrfach übereinanderlegen und darauf kniend die Luft herausdrücken. Danach die Matte auslegen, von beiden Längsseiten einschlagen und vom Kopfende her einrollen, Ventildeckel schließen und ab in den Packsack. Dieser verfügt übrigens für den Notfall über ein kleines Einschubtäschchen mit einem Reparaturset, bestehend aus Reparaturflicken und einer kleinen Tube Textilkleber. Somit steht der nächsten Tour also nichts mehr im Wege.
Zum Abschluss dieses doch etwas länger geratenen Berichtes möchte ich noch auf die von Exped verlinkten Videos zur SynMat verweisen und Euch die Liste der Auszeichnungen zeigen. Die kann sich nämlich sehen lassen:
  • Editor‘s Choice Award 2006 vom Outdoor Magazin: „Komfortabler als mit der SynMat kann man draussen kaum nächtigen."
  • Silberner Industry Award 2006 für die SynMat 7 auf der grössten europäischen OutDoor-Messe in Friedrichshafen. 
  • Editor‘s Choice Award 2008 vom Outdoor Magazin: „Mittels integrierter Pumpe lässt sich die Matte noch einfacher und schneller aufpumpen.“
  • Industry Award 2009 für die von Exped erstmals für Matten entwickelten Flachventile (patent pend.).
  • Designpreis Deutschland 2011- Nominierung für die Flachventile.

Mittwoch, 24. April 2013

Quasi alte Bekannte

Als ich heute gerade mit meinem Hund auf dem Rückweg von unserem Spaziergang war, entdeckte ich in unserem Stadtpark schon von weitem ein rotes Reiserad und einen Mann, der gerade ein Zelt aufbaute. In mir keimte direkt ein Verdacht auf und ich schlug noch einmal einen Haken hinüber, um mich zu vergewissern. Tatsächlich wurde ich da von Werner Schäfer mit einem Hallo begrüßt. Er ist der Reiseradler, den ich vor rund zwei Jahren unter ähnlichen Bedingungen kennenlernte und darüber hier im Blog berichtete, Damals war er ebenfalls im Stadtpark und überprüfte seine Ausrüstung für eine Radtour zum Gardasee. Wie er mir heute erzählte, war er letztes Jahr ans Nordkap geradelt. Hierüber gab es sogar einen Artikel in der Wormser Zeitung. Nun plant Werner das selbe Ziel über eine andere Route noch einmal zu erreichen. Nach einer langen und intensiven Planungsphase hat er eine reizvolle Tour entlang der norwegischen Westküste ausgearbeitet. Hier erwarten ihn großartige Landschaften, aber sicher auch einiges an Beinarbeit. Für einen sportlichen Mann Anfang siebzig aber bestimmt kein Problem. 
Sein Equipment hat er übrigens inzwischen etwas angepasst. Statt des kleinen Jack Wolfskin Gossamer ist jetzt ein erheblich geräumigerer Tunnel von Salewa dabei; ich tippe auf die hellgrüne Variante des Ontario III. Außerdem hat Werner bei seiner letzten Tour festgestellt, dass er zwar viele Fotos seines Fahrrades hatte, aber fast keine von sich selbst. Aus diesem Grund ist neben der neuen Kompaktkamera mit integriertem GPS auch das ultraleichte Tamrac ZipShot Reisestativ mit dabei, das mir recht gut gefiel. Der kommenden Tour sollte also nichts mehr im Wege stehen und ich wünsche ihm natürlich wieder alles Gute.

Soto Compact Refill Lantern

Es gibt Ausrüstungsgegenstände, für die man gleich mit ihrem Erscheinen ein etwas zwiegespaltenes Interesse entwickelt.  2010 wurde zum Beispiel die SOTO Compact Refill Lantern (OD-LRC) auf dem deutschen Markt eingeführt. Eine kompakte Laterne mit integriertem Gastank, die sogar mit Feuerzeuggas betrieben werden kann. Als bekennender Ausrüstungsfreak war ich zugegebenermaßen fasziniert, gleichzeitig aber durch den relativ hohen Preis etwas abgeschreckt. Sollte diese kompakte Laterne mit dem kleinen Tank eine Alternative zu den handelsüblichen Gaslaternen sein? Kommt darauf an...

Schauen wir uns die OD-LRC einmal näher an. Mit insgesamt 120 x 60 mm und rund 225 g ist sie durchaus sehr handlich und leicht, die Verarbeitung wirkt insgesamt recht hochwertig. Das Unterteil mit den drei ausschwenkbaren Metallfüßlein lässt sich über eine Rändelschraube leicht lösen. Darunter kommt der eigentliche Gastank mit dem Füllstutzen zum Vorschein. Zur besseren Kontrolle des Füllstands ist der Boden durchsichtig. 
Die SOTO Compact Refill Lantern lässt sich mit jedem Butan/Isobutan/Propan- und Butan/Propan-Gemisch einfüllen, so lange der Propangehalt nicht mehr als 30 % beträgt. Um nicht auf Feuerzeuggas angewiesen zu sein gibt es sowohl von Soto, wie auch von Primus einen Fülladapter, den man auf Schraubkartuschen aufschrauben kann. Damit lässt sich unterwegs auch die Kocherkartusche zum Befüllen der Laterne oder Feuerzeugen benutzen.
Die Gaslaterne ist mit einer Piezozündung ausgestattet, der Brenner für kleine Glühstrümpfe vorgesehen. Ohne Glühstrumpf würde sich die Laterne aber auch im sparsameren, eher schummerigen Kerzenmodus betreiben lassen. Geschützt wird der Glühstrumpf durch einen hitzebeständigen Glaskörper, der mittels Spangen auf der Lampe gehalten wird. Nur eine Aufhängung ist leider nicht vorgesehen.

In der Praxis ist beim Befüllen der Laterne darauf zu achten, dass man den Tank nicht bis zum Anschlag auffüllt. Darauf wird auch in der Anleitung hingewiesen. Zu viel flüssiges Gas im Tank verursacht nämlich einen Überdruck, was zu einer unkontrollierten Verbrennung mit Stichflammen führt. Vor allem im Zelt natürlich überhaupt nicht erwünscht.

Nachdem man den Boden mit den Stellfüßen wieder angebracht und diese ausgeklappt hat, stellt man den kleinen roten Schieberegler auf Ignition und drückt auf der gegenüberliegenden Seite den Zündknopf.
Bei manchen Leuten scheint es hier wohl schon ein kleines Problem gegeben zu haben, denn der Piezo-Zünder entzündet das Gas nicht immer gleich beim ersten Mal. Bei mir klappt es in der Regel aber beim zweiten Versuch. Man drückt den Zündknopf zum Starten der Laterne ganz normal wie einen Schalter, dann etwas nach unten, um ihn zu arretieren. Dann bewegt man den Schieberegler entweder auf die sparsamere, aber schummerige Candle Position oder die Mantle Position, der eigentlichen Gaslaternenfunktion. Zum Einstellen der Helligkeit dreht man den Gastank links (heller) oder rechts (dimmen) herum. Die Leuchtstärke soll laut Internet im Laternenmodus bei 25 Watt liegen. Bis zu 85 Minuten soll dabei eine Tankfüllung halten. Dagegen wird für den Kerzenmodus eine Dauer von rund zwei Stunden angegeben. Da man in der Regel ja einen Glühstrumpf in der Laterne hat, bekommt man auch in diesem Modus ein gemütliches Licht zustande. Zum Lesen würde dies aber nicht wirklich genügen. Spätestens nach etwa zwei Stunden ist dann aber auf jeden Fall der Tank leer. Im Sommer mit seinen kurzen Nächten wohl nicht so das Problem, da man erst spät auf Beleuchtung angewiesen ist, in der dunklen Jahreszeit mit den kurzen Tagen wird man aber abends durchaus noch einmal nachfüllen dürfen. Gut, wenn man dann noch eine Stirnlampe griffbereit hat. Da spielt eine Gaslaterne mit variabler Kartusche natürlich ihre Stärke aus.

Wer eine Gaslaterne besitzt, kennt sich ja bereits damit aus, aber für alle Anderen: Ein neuer Glühstrumpf wird über den "Brenner" gestülpt, die Schnüre zugezogen und verknotet und die überstehenden Enden abgeschnitten. Dann nimmt man ein Feuerzeug und brennt den Glühstrumpf ab, bis er durchgeglüht ist. Nun stülpt man vorsichtig das Glas darüber und fixiert es mit der Spange. Dann ist die Laterne einsatzbereit.

Den Einsatzbereich der SOTO Compact Refill Lantern sehe ich persönlich im Zelt vor allem in der kalten Jahreszeit. Sie sorgt dann nicht nur für Licht, sondern auch für eine gewisse Wärme. Das kann sehr angenehm sein. In der warmen Jahreszeit empfiehlt sich genau aus diesem Grund dann aber meist nur noch der Einsatz im Freien. Beim Betrieb im Zelt würde ich zudem eine Unterlage, wie zum Beispiel einen Topfdeckel benutzen. Ich habe mir aber auch etwas überlegt, um die OD-LRC aufhängen zu können. Dazu habe ich mir im Baumarkt einen Meter Uhrenkette mit entsprechend kleinen Gliedern und einen Haken beschafft. Eigentlich hätte ich gerne Stahlseil verwendet, wie ich es auch von der Primus Micron Laterne kenne. Ein derart dünnes Stahlseil war allerdings beim örtlichen Baumarkt nicht zu bekommen. Die Kette funktioniert aber auch. Beim Aufhängen im Zelt muss man allerdings die Hitzeabstrahlung nach oben berücksichtigen. In einer "Dackelgarage" macht das natürlich keinen Sinn, aber darin würde ich wohl schon aus Sicherheitsgründen keine solche Laterne betreiben, sondern maximal eine Grabkerze. Die funktioniert in einem kleinen Zelt allerdings ganz gut.

Die SOTO Compact Refill Lantern ist durchaus ein interessantes Teil, kompakt und wertig verarbeitet. Sie kann natürlich nicht mit den Leistungsdaten großer Gaslaternen mithalten, hat aber dennoch ihre Daseinsberechtigung. Will man abends im Lager noch etwas gemütliche Beleuchtung und den Batteriestrom der Stirnlampen sparen, dann verwendet man einfach den sparsameren Kerzenmodus und nutzt die Laternenfunktion nur dann, wenn man zwischendurch mehr Beleuchtung braucht. Notfalls muss man halt Gas nachfüllen, wenn der Abend mal länger wird. Dann aber Vorsicht, dass man sich nicht am aufgeheizten Glaskörper verbrennt! 
Den Mehrverbrauch an Gas muss man natürlich vor der Tour mit einkalkulieren. Will man nicht extra Feuerzeuggas einpacken, dann benötigt man außerdem noch den bereits erwähnten Fülladapter. Außerdem im Handel erhältlich sind Ersatzglühstrümpfe, deren Mitnahme sich für eine größere Tour empfehlen könnte, sowie ein Ersatzglas. Zum Schutz der Lampe wird noch eine Kunststoffbox mitgeliefert, die das Packgewicht um weitere 49 Gramm erhöht. Das ist aber zumindest auf meinen Paddeltouren belanglos.


Wen die SOTO Compact Refill Lantern interessiert, der findet auch einen kleinen Videoclip bei youtube. Kaufen kann man sie zum Beispiel im Shop von Bergfreunde.de