Freitag, 4. April 2014

Altrheinrunde

Einen Tag, bevor der Staub aus der Sahara bei uns angekommen ist und den Himmel trübte, hatte ich doch noch Hilfe zum Aufbau des Ally Challenger bekommen. Chris war neugierig aufs Paddeln geworden und hatte sich selbstlos angeboten. Selbst zu zweit kamen wir dann aber etwas ins Schwitzen. Das Gestänge sitzt wirklich noch extrem stramm in der Bootshaut, aber als Lohn winkte die anschließende kleine Paddeltour. Da wir nur noch den Nachmittag Zeit hatten, bot sich die kurze Anfahrt zum Maulbeerauer Altrhein an. Den Faltcanadier schnallten wir auf meinen Dachgepäckträger und fuhren über die Rheinbrücke zum ehemaligen Wormser Campingplatz. Dort wechselte der Canadier auf den Bootswagen, mit dem wir bequem die letzten paar hundert Meter bis zur Einmündung des Altrheins schafften. Hier gibt es eine kleine Kiesbank, die sich wunderbar für die letzten Handgriffe und das Einbooten eignet.

Einsetzstelle an der Einmündung des Maulbeerauer Altrheins

Die ersten paar Meterauf dem Wasser musste sich dann vor allem mein Hund erst einmal etwas beruhigen. Tara ist es noch nicht so gewohnt, in einem Boot zu sitzen und auch noch still zu halten. Darauf war ich aber zum Glück vorbereitet und konnte den schwankenden Canadier einigermaßen stabilisieren. Dann fehlte uns plötzlich fast das nötige Wasser unter dem Kiel. Der vordere Abschnitt dieses Altrheinarms ist die wohl seichteste Stelle, was vermutlich auch dem Umstand zu verdanken ist, dass dieser Seitenarm früher durch einen Damm durchschnitten war und eingespültes Sediment nicht weitertransportiert werden konnte. Seit der Renaturierung vor ein paar Jahren kann das Wasser nun aber endlich wieder ungehindert durchfließen und es hat sich bereits eine Rinne gebildet, die belegt, dass das Sediment nun langsam abgetragen wird. 

Auch für meinen Hund gab es unterwegs viel zu sehen

Schließlich hatten wir das Flachwasser hinter uns gelassen. An der Stelle, wo früher der Damm durch den Altrhein verlief, mussten wir uns noch einmal einen Weg zwischen den Steinen hindurch suchen, die vom Fundament übrig geblieben waren, dann kamen wir in paddelbares Wasser. Lediglich dem einen oder anderen umgestürzten Baum mussten wir mit dem Faltboot hin und wieder ausweichen, aber ansonsten konnten wir den Rest der Strecke genießen. Nur schade, dass uns die Zeit bereits etwas im Nacken saß. Wir sollten also bei nächster Gelegenheitt wieder kommen. Allerdings ist der Wormser Rheinpegel die letzten Tage stetig gefallen. Zuerst sollte es also wenigstens ein bisschen regnen, aber bitte kein Hochwasser...
Kommentar veröffentlichen