Freitag, 16. Mai 2014

Noch einmal Nordheimer Altrhein

Morgens um halb neun war ich mit Martin zum Paddeln verabredet. Nach dem Aufstehen sah es noch nach schönem Wetter aus und wir beschlossen, zeitig los zu kommen und direkt am Altrhein im Freien zu frühstücken. Bis wir allerdings mit Sack und Pack dort ankamen, sah es leider etwas anders aus. Graue Wolken verdeckten plötzlich die Sonne und kühler Wind wehte recht ordentlich und ließ uns nach und nach alle verfügbaren Bekleidungsschichten anlegen. Der Canadier musste vorerst als Windschutz für meinen kleinen Holzvergasungskocher herhalten, damit wir uns erst einmal heiße Getränke zubereiten konnten. Die Vorfreude auf unsere gemeinsame Kanutour über den Nordheimer Altrhein konnte diese Wetterentwicklung aber nicht wirklich dämpfen. 
 
Mein Holzvergasungskocher

Frühstück vor der Bootstour
Immerhin ließ der Wasserstand nun endlich ein entspannteres Paddeln zu. Dies war uns letztes Mal ja nicht vergönnt. Hin und wieder mussten wir lediglich an umgestürzten Bäumen etwas aufpassen, hatten aber erst einmal keine großen Hindernisse. So paddelten wir mit der kaum merklichen Strömung gemächlich den Altrheinarm entlang. Dass wir direkt zu Beginn zwei Schwäne als Begleitung hatten, freute natürlich insbesondere Tara. Es hätte wohl nicht viel gefehlt und sie wäre glatt aus dem Canadier gesprungen. Dies führte dazu, dass wir mehrfach das Boot stabilisieren mussten, um nicht zu kentern. Tara aus ihrem Jagdtrieb zu reißen dauerte etwas, also ließen wir den Schwänen erst einmal etwas Vorsprung. 

Immer nur kurz ließ sich die Sonne blicken

Warten auf die nächste Beute

Gegen den Wind zu paddeln ist natürlich nur halb so schön wie es das bei Windstille wäre, zumal es recht kühl blies und ich außerdem hin und wieder wegen des Windes nicht verstand, was Martin mir erzählte. Und riss dann zwischendurch einmal kurz die Wolkendecke auf, war man gleich wieder zu warm angezogen. Beschweren möchte ich mich aber nicht, denn immerhin regnete es nicht.

Kurz vor der Nordheimer Fußgängerbrücke sichteten wir voraus reichlich Holz im Wasser. Am Ufer machte sich ein Angler gerade daran, seinen Angeplatz einzurichten und in Watstiefeln seinen Uferbereich vom gröbsten Holz zu befreien. Als er uns bemerkte, wies er uns darauf hin, dass an der Brücke wohl Schluss für uns wäre. Durch das viele Schwemmholz wäre dort die Durchfahrt blockiert. Wir spekulierten aber auf eine Portage und wollten uns die Bedingungen selbst anschauen. Das Totholz vorsichtig umfahrend legten wir unterhalb der Brücke an einem kleinen Pfad an. Hier konnte ich aussteigen und zur Brücke hinauf gehen, um mir einen Überblick zu verschaffen. Ganze Stämme waren bis an die Brücke getrieben worden und hingen an der Engstelle fest. Zudem gab es unter der Brücke eine Steinschüttung, die bei dem noch relativ geringen Pegelstand eine Stufe bildete und auf unserer Seite das Wasser aufstaute. Auf der anderen Seite war das Ufer durch diese großen, mit dichtem Unkraut zugewucherten Steine zumindest in unseren leichten Paddelschuhen praktisch unerreichbar. Links das Ufer entlang hätte es wohl eine Stelle gegeben, an der man wieder einsetzen gekonnt hätte, wenn wir uns mit einem nicht vorhandenen Buschmesser vom Feldweg aus Zugang verschafft hätten. Kurzerhand entschieden wir, an diesem Punkt herumzudrehen. Ein Stück zurück hatte ein Angler in liebevoller Handarbeit irgendwann einmal einen festen Angeplatz mit diversen Holzstufen und einem Steg angelegt. Dort wollten wir noch mal eine Pause einlegen und die Reste unseres Frühstücks essen. Knapp 4,1 Kilometer einfache Strecke waren uns immerhin vergönnt und die selbe Strecke zurück war mit Rückenwind dann doch ein wenig entspannter zu paddeln.


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