Samstag, 13. Juni 2009

Eine Hose wachsen

Ich hatte es schon mal vor geraumer Zeit in einem anderen Blog gelesen und mir seither vorgenommen. Anscheinend gibt es Leute, die sich nicht an das Wachsen von Outdoorkleidung wagen. Dabei empfinde ich das gar nicht als so schwierig. Für meinen Schottlandtrip hatte ich mir eine Four Seasons Outdoorhose gekauft. Das gewachste Gewebe kann recht einfach z.B. mit Fjällräven Grönlandwachs nachbehandelt werden. Etwas Zeit benötigt dabei lediglich das gleichmäßige Auftragen des Wachses. Am besten legt man dazu das Kleidungsstück auf eine glatte Fläche.

Den Wachsriegel nehme ich dann hochkant und reibe die Kante über die Stofffläche. Man erkennt deutlich an einem weißlich glänzenden Abrieb, wo und wie viel man bereits aufgetragen hat. Die Nähte stehen dick hervor und benötigen besondere Aufmerksamkeit. Es sollte am Ende ein deutlich sichtbarer, dünner Film auf dem Stoff zu erkennen sein.

Danach muss das Wachs dann ins Gewebe eindringen, um den Wasser abweisenden Effekt zu erzielen. Hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die bequemste Variante ist der Wäschetrockner. Wenn vorhanden, wird die Kleidung einfach mit Kurzprogramm im Trockner erwärmt. Das Wachs schmilzt bei 55-60°C und zieht wie von selbst in das Gewebe. Ebenfalls soll es mit einem Bügeleisen funktionieren, aber dann sollte man ggf. etwas dazwischen legen, damit das Bügeleisen kein Wachs abbekommt. Saugfähig sollte diese Lage wohl besser nicht sein. Ich benutze aber eine dritte Möglichkeit. Mein alter Fön eignet sich nämlich ebenfalls sehr gut. Man sollte nur auf einen gewissen Sicherheitsabstand achten, da ansonsten der Fön leicht überhitzt. Beim Fönen lässt sich sehr gut erkennen, wie das Wachs einzieht. Ich arbeite mich immer Stück für Stück vor: Beine wachsen bis zur ersten Naht, mit dem Fön einschmelzen, bis zur zweiten Naht wachsen, wieder fönen und so weiter.

Danach kann man eine weitere dünne Schicht Wachs auftragen, aber mit jeder zusätzlichen Schicht vermindert man u.U. die Atmungsaktivität. Also sollte man das Spiel vielleicht nicht übertreiben.
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