Sonntag, 3. Oktober 2010

Pfälzerwald und neue Ausrüstung

Am Freitag fuhr ich vormittags nach Bad Bergzabern. Der Park and Ride Parkplatz direkt hinter dem Bahnhof bot sich hervorragend als Ausgangspunkt für eine Wochenendtour an. Peter hatte zwei der Trekkingplätze gebucht, wie ich ja schon berichtete. Er plante nach der Arbeit mit der Bahn bis Annweiler zu fahren, wo wir uns kurz vor sechs treffen wollten. Genügend Zeit für mich, um von Bad Bergzabern aus über den Radweg Deutsche Weinstraße nach Annweiler zu laufen. Das Wetter war ja ganz gut. So lief ich durch Pleisweiler, Gleiszellen, Klingenmünster, vorbei an der weithin sichtbaren Burg Landeck und der Pfalzklinik, dann ging es endlich in den Wald in Richtung Waldrohrbach. Mitten im Wald traf ich einen Jagdpächter, mit dem ich mich über den weiteren Wegverlauf unterhielt, als ich eine SMS von Peter bekam. Er hatte früher Feierabend machen können und wollte bereits in einer halben Stunde da sein. Wie schön, dass der Mann mich kurzerhand mit seinem Auto bis zum Parkplatz mitnahm. Dort stand der Bus nach Annweiler. Aber nicht, um Fahrgäste mitzunehmen, sondern um Pause zu machen. Seine nächste Tour sollte gerade losgehen und er hatte nichts dagegen, mich hier einsteigen zu lassen. Manchmal sind es wirklich Zufälle und freundliche Menschen, die dafür sorgen, dass alles wie am Schnürchen klappt.

Ich hatte meine Ausrüstung etwas leichter gewählt, da ich ja weiß, dass es im Pfälzerwald ständig auf und ab geht. Also kam mein Golite Trek Pack mal wieder zum Einsatz. Der Rucksack hat ordentlich Volumen und ist dabei kein Kilogramm schwer. Als Schlafsack wählte ich meinen Marmot Daunenschlafsack, als Shelter das GoLite Shangri-La 3 mit dem Groundsheet, das ich bisher noch nicht eingeweiht hatte. Ganz neu dabei war die Mammut Light Pump Mat. Mit 183 x 55 x 7,5 cm und lt. Hersteller 570 g Gewicht zuzüglich Packsack und Reparaturkit eine nette, aber recht teure Matte mit integrierter Pumpe. Eine dünne PU-Schaumfüllung bringt diese körperbetont geschnittene Luftmatratze auf einen angegebenen R-Wert von 4,1. Hiermit wird der Wärmedurchgangswiderstand angegeben. Wer etwas mehr darüber erfahren möchte, kann sich zum Beispiel dem Beitrag bei ausgeruestet.com widmen. Die Matte soll wohl vor allem für den alpinen Einsatz gedacht sein und ist hoffentlich dementsprechend robust. Als Seitenschläfer empfinde ich eine dicke Matte auf jeden Fall bequemer. Über die Isolierung kann ich bisher natürlich noch nicht so viel sagen. Es wurde zwar nachts schon etwas frisch, aber noch lange nicht grenzwertig. Allerdings muss ich sagen, dass die angegebenen dreißig Sekunden zum Aufpumpen wohl doch etwas arg optimistisch sind. Man hat aber relativ flott den Bogen raus, die integrierte Handpumpe zu bedienen und die Matte in einer angemessenen Zeit in Form zu bringen.
Das Liegegefühl empfand ich als ganz angenehm. Was jedoch auffällt, ist das Geräusch der Matte, wenn man sich bewegt. Im vorherigen Vergleich mit der Therm-A-Rest NeoAir fiel mir die Wahl nicht schwer. Engelhorn Sports in Mannheim hat extra ein Kiesbett im Laden, mittels welchem ein unebener Boden simuliert werden kann. Dort hatte ich einige Matten ausprobiert. Die NeoAir Regular bietet wohl nicht die gleiche Isolation, ist dafür aber noch einmal 20 Gramm leichter. Mich störte jedoch ganz massiv das Rascheln des Ripstop-Nylons, während das Geräusch der Mammut Light Pump Mat eher meinen Zeltnachbarn in den Ohren lag.

Mein Shangri-La 3 nur mit eingeknüpftem Boden zu benutzen war vor allem für die Weberknechte und Grillen von Vorteil, die dort schnell ein trockenes Plätzchen fanden und in meine Sachen hinein krabbelten. Ob auf diesem Wege während ich schlief auch die kleine Zecke den Weg auf meinen Handrücken fand, weiß ich nicht. Generell ist das Shelter ohne Nest recht geräumig.
Ich habe die Vordere Ecke des Groundsheets nach hinten geklappt und so im Eingangsbereich Platz für die schmutzigen Schuhe geschaffen. Dadurch hat man dann aber auch keine vollständige hochgezogene Bodenwanne mehr.

Peter hatte sein neues Shangri-La 5 eingepackt. Die erste Nacht waren wir nur zu zweit und teilten uns dieses Zelt. Schön ist daran die am Nest ausgesparte Apside. So wird das Nest vor einfallendem Regnen bei Öffnen des Einganges geschützt und man hat einen Platz für schmutzige Wanderschuhe. Was die Liegefläche angeht, so sind vier bis fünf Personen angegeben, was wir wie meist eher für unrealistisch halten. Geht man davon aus, dass man keinen Ast findet, um das Zelt ohne Mittelstange aufzustellen, dann haben es zwei Personen mit Gepäck sehr bequem. Noch ein Hund, oder ein Kind dazu ist zu realisieren, aber ich finde, ab drei Erwachsene mit Gepäck mus man schon sehen, wie man die Mittelstange noch gescheit stellt. Aber vielleicht hat ja jemand bereits gegenteilige Erfahrungen gemacht.

Leider hatte ich zum Fotografieren nur mein Handy dabei. Die Ausbeute ist daher recht mager, viele Fotos unscharf und nicht zu gebrauchen. Meine Panasonic Lumix DMC-TZ10 habe ich wegen eines Problems mit dem Display und Akkuentladung im ausgeschalteten Zustand leider einschicken müssen und habe noch keine Ahnung, wie lange ich darauf verzichten muss. Lt. dem Händler meines Vertrauens auf jeden Fall mehrere Wochen :-O

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