Mittwoch, 20. Oktober 2010

Veränderungen


































Ich bin ja schon mit dem Viechzeug aufgewachsen und hatte auch sonst immer viel Kontakt zu Hunden. Nun hat das Schicksal wieder zugeschlagen. Mein Vater wollte mir vor einer anderthalben Woche wohl die Vorzüge der großen drei französischen Hirtenhunde Beauceron, Briard und Picard erläutern. Sie selbst haben ja einen Briardrüden, Herrmann, ein toller Hund mit einem klasse Charakter. Im Internet wollte er mir nun die anderen beiden französischen Hütehund-Vertreter zeigen und stieß auf die Seite Beauceron in Not. Tja und da war sie dann. Direk als oberster Hund. Tara, eine junge Beauceron-Mix-Dame, die über den Sans Frontières e.V. vermittelt wurde, einen deutschen Verein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Tiere aus zwei Tierheimen im Elsass zu vermitteln. Ich war ja inzwischen in Colmar im Tierheim und habe gesehen, wie die Tiere dort gehalten werden (müssen). Etwas mehr Unterstützung täte diesem Tierheim wirklich gut.

Nun hatte ich also Tara im Internet gesehen und sie ließ mich irgendwie nicht mehr los. Abends, als ich dann zuhause am Rechner saß, musste ich die Website einfach noch einmal suchen und mir den Bericht der Vermittlerin in Ruhe durchlesen. Ein Blick auf die Fotos und das kurze Video genügte, um mir ans Herz zu gehen und der Klick auf das Bewerbungsformular erfolgte fast automatisch. Dann ging alles irgendwie ganz schnell. Ausgiebige Telefonate mit der Vermittlerin, Besichtigung meiner Wohnung durch den Wormser Tierschutzverein, viele Recherchen im Internet und erneute Lektüre meiner Hundebücher, Zusammentragen von neuer Hundegrundausstattung und dann die gemeinsame Fahrt mit meinem Vater nach Colmar.
Nun habe ich Tara seit Samstag hier und schon die ersten Erlebnisse. Bis ich sie aber mit auf Tour nehmen kann, habe ich noch einiges zu bewältigen. Vor allem lebe ich an einer Hauptstraße, wenn auch am Stadtrand. Um aber in unser Naherholungsgebiet zu gelangen, muss ich zweimal die Hauptstraße und eine Brücke über die B9 überqueren. Der Verkehr scheint Tara sehr zu verunsichern. Überhaupt alles, was schneller wie ein Fußgänger ist, wie ich inzwischen weiß. Dann muss man sie nämlich gut festhalten, da sie ansonsten hinterherspringen würde. Das muss ich natürlich in den Griff bekommen, bevor ich mich den entspannteren Dingen widmen kann. Zum Glück haben gute Freunde eine Hundeschule in Erzhausen, Fisches kluge Hunde. Da Jutta, die Inhaberin, auch nebenher Tierheilpraktik studiert und auch schon häufiger Pflegehunde bis zu deren Vermittlung aufgenommen hat, werde ich mich erst einmal auf ihre Erfahrung zu stützen versuchen. Wenn ich das richtig interpretiere, dann scheint Tara ihre Unsicherheit momentan nämlich schnell mit Übermut zu kompensieren und ich will ja nicht, dass sie für sich oder Andere zur Gefahr wird. Später soll sie ja entweder frei, oder an der Langleine mit eigenem Hunderucksack laufen, oder sogar mit in den Canadier auf Paddeltour können und mit im Zelt schlafen. Bis dahin dauert das aber noch eine Weile. Momentan schaut es eher so aus, dass sie die erste Langleine bereits durchgebissen hat und plötzlich frei umhersprang. Sie hat einen unbändigen Bewegungsdrang und tollte sofort wie wild mit anderen Hunden umher. Wahrscheinlich konnte sie nicht verstehen, dass sie als einziger Hund im Park angeleint bleiben sollte.
Gute Tipps oder sonstiger konstruktiver Austausch über die Kommentarfunktion ist übrigens herzlich willkommen.

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