Montag, 15. April 2013

Globeboot Nachlese

Gestern habe ich meinen Tag auf der Globeboot am Langener Waldsee verbracht. Bei dem ja schon sehnlichst erwarteten Bilderbuchwetter war die Veranstaltung natürlich gut besucht. Seit meinem letzten Besuch in 2010 scheint sich die Globeboot auch ein wenig gemausert zu haben. Neben der gewohnten Zeltausstellung, den zahlreichen Testbooten und dem Infostand von Globetrotter waren einige weitere Aussteller, ein lustiger Piaggio Ape Dreirad-Imbißwagen und ein Getränkeausschank vor Ort. Die größere Vielfalt gefiel mir insgesamt schon recht gut, muss ich sagen. Da wurde per Lautsprecherdurchsage zu einem Fotoworkshop aufgerufen, Garmin stellte eine Auswahl der gängigsten GPS-Geräte vor, Keen betrieb einen kleinen Schuhstand, an einem Zelt konnte man sich das Wachsen von Hosen mit Nikwax zeigen lassen und selbst Campingmobile fanden hier ihren Ausstellungsplatz. Ich selbst war an diesem Tag noch unten an einem der Bootsstände am Strand verabredet, weshalb ich mir für die Ausstellung oben leider nicht ganz so viel Zeit nehmen konnte. Ein paar Bilder habe ich trotzdem gemacht und möchte natürlich auch ein paar Worte dazu schreiben.

Auf der Zeltausstellung fielen mir als erstes die Zelte von Tentipi auf. Vor allem das feuerrote Tentipi Zirkon 5 light. Mit einem Durchmesser von 1,98 m und einer mittleren Stehhöhe von 2,30 m ist es für vier bis sechs Personen ausgelegt, wobei ich sechs Personen in diesem Zelt schon als extrem kuschelig empfinde. Dafür soll das Zelt mit seinen extra Abspannleinen extrem sturmstabil sein. Durch das wohl extra patentierte Belüftungssystem lässt sich im Zirkon 5 sogar Feuer machen. Außerdem lässt sich darin ein Zeltofen betreiben. Ein Mückennetz kann bei Bedarf oben an der Zeltspitze um die Mittelstange zugezogen werden. Optional gibt es dazu einen losen Zeltboden oder sogar ein Innenzelt. Ohne diesen Zubehör kommen wir auf ein Packgewicht von rund 4 kg. Für Gruppen oder Paddler ok.


Tentipi Zirkon 5 light

Interessant fand ich, wie schnell bewährte Zelte immer wieder kopiert werden. Paradebeispiele hierfür fand ich dieses Mal bei Eureka. Unter dem Namen Eureka Wicki Up 3 SUL und 4 SUL haben diese nämlich bei den Shangri-La´s von Golite abgekupfert und ich muss gestehen, dass es mir von Weitem fast nicht aufgefallen wäre. zuerst dachte ich an eine neue Modellvariante, die mir bisher entgangen wäre. Zumal die Abmessungen sehr ähnlich sind, das Aussehen bis auf die Farben praktisch identisch. Bei näherem Hinsehen kam dann das Aha-Erlebnis. Allerdings gehört im Gegensatz zum Original das Innenzelt bei Eureka zum Lieferumfang. Dafür scheint es für die Wicki SUL keinen optionalen einknüpfbaren Zeltboden zu geben.


Eureka Wicki Up 4 SUL

Eureka Wicki Up 3 SUL

Die aufblasbaren Zelte von Heimplanet haben mich zugegebenermaßen etwas überrascht. Als ich das erste Mal etwas darüber las war ich recht skeptisch. Schon rein optisch entsprechen diese dicken aufblasbaren Luftrahmen nicht meinem Geschmack. Die Stabilität fand ich dann allerdings doch erstaunlich. Die Luftkanäle lassen sich knallhart aufblasen und die Zelte tatsächlich stabil stehen. Wie das nun bei Sturm und harter Beanspruchung ausschaut weiß ich natürlich nicht, aber bei dem 2 Personen Zelt The Wedge und dem 2-3 Personen-Zelt The Cave handelt es sich sowieso eher um Reise-, nicht um Trekkingzelte. Schließlich muss man zu dem etwas höheren Gewicht noch die benötigte Luftpumpe kalkulieren. Zumindest der Hersteller gibt aber an, dass die Zelte eine sehr gute Windstabilität besitzen würden.


Heimplanet "The Wedge" und "The Cave"

Eine weitere Zeltform, die schon vor langem ihre Anhängerschaft fand, ist das Einbogenzelt. Das kleine Tunnelzelt für den gewichtsbewussten Solotrekker kennt man ja schon seit dem Hilleberg Akto. Dieses war mir als kreuzlahmem Krüppel allerdings immer zu eng. Da bot das Helsport Ringstind 2 schon erheblich mehr Platz. Vaude hat mit dem Power Lizard SUL ebenfalls eine Version für eine oder zwei Personen am Start und dafür auch schon 2011 sehr gute Bewertungen erhalten. Die absoluten Leichtgewichtskönige dieser Konstruktionsweise dürften aber die Nordisk Telemark 1 und Telemark 2 mit unter einem Kilogramm in der ULW-Variante sein. Und das mit Innenzelt und seitlicher Apside.


Helsport Ringstind 2

Vaude Power Lizard SUL 1-2, im Hintergrund das 2er

 Nordisk Telemark 2

 Nordisk Telemark1


Am Stand von Trek´n Eat, der ehemaligen Trekkinmahlzeiten aus Mörfelden-Walldorf, wurde ich netterweise zum Testen aufgefordert und bekam hierzu eine Packung Chana Masala (indischer Kichererbsen-Reistopf) in die Hand gedrückt. Super, denn einen Artikel über Trekkinggerichte habe ich eh in Vorbereitung. In diesem Zusammenhang werde ich Euch dann auch den neuen (H)EAT Insolation Pouch näher vorstellen, ein Pot- und Beutel Cosy zum Warmhalten, auch als Topflappen verwendbar.

Näher in Augenschein nehmen konnte ich an diesem Stand dann auch den neuen Optimus Vega, der beim outdoor Magazin im Test ja immerhin mit Gut abschnitt. Viel mehr ins Auge fiel allerdings der Optimus SVEA, den ich das erste Mal in die Hand nehmen konnte. Optimus selbst bezeichnet diesen Benzinkocher als Kultkocher der Kletterszene. Kultig ist er definitiv und eingepackt hätte ich ihn am liebsten direkt.


Optimus Vega

Optimus SVEA

Aus Holland waren außerdem Messerprofis des amerikanischen Herstellers Spyderco angereist. Neben allerhand scharfen Klingen konnte man sich hier das Triangle Sharpmaker Set vorführen lassen. Eine interessante, wenn auch nicht ganz günstige Vorrichtung mit Keramikeinsätzen zum Freihandschärfen, bei der man trotzdem mehr oder weniger den richtigen Winkel beibehalten kann.

Spyderco Trinagle Sharpmaker

Endlich bei den Booten unten am Strand des Langener Strandbades angekommen interessierte mich dieses Mal eigentlich nur ein Hersteller und ein Modell: Das Ally Challenger 17 DR. Diesen Faltcanadier stelle ich aber noch in einem separaten Bericht vor. Das braucht allerdings noch etwas Vorbereitungszeit.

Ally Challenger 17 DR
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