Mittwoch, 25. März 2009

Der Hobokocher

Lange habe ich mit einem kleinen Kocher für natürliche Brennmaterialien geliebäugelt. Die moderne Form des Hobokochers, auch Hobo-Ofen genannt, hat sich aus einem kleinen Behelfskocher entwickelt, den nordamerikanische Wanderarbeiter, die sogenannten Hobos, vor allem während der großen Wirtschaftskrise der 1930er aus alten Dosen herstellten und benutzten. Ein solch kleiner Kocher arbeitet sehr effizient. Selbst mit kleinen Stöckchen, Tannenzapfen und dergleichen lässt sich leicht Wasser kochen. Viele Outdoorer sind von dem System überzeugt. Ein moderner Hobokocher ist entweder zerlegbar, oder faltbar und hat ein Packmaß, das ein dickes Postkartenformat erreichen kann. Auf das Mitführen von Brennstoff kann man verzichten. Voraussetzung ist natürlich, dass man in Gegenden unterwegs ist, in welchen man auch geeignetes Brennmaterials auffindet und der Betrieb eines solchen Ofens keine unangemessenen Schäden auf dem Boden verursacht.

Im Forum der outdoorseiten.net wurde längere Zeit ein solcher Kocher aus Titanblech geplant, es gab zahlreiche Interessenten, Verbesserungsvorschläge, CAD-Entwürfe etc. Leider hat die Herstellung letztendlich doch nicht geklappt. Die Durchführung eines solchen Projektes ist aber aus einer Internetcommunity heraus ganz sicher nicht einfach, wenn kein unterstützender Hersteller dahinter steht. Vor kurzem begann ich dann wieder im Internet zu recherchieren und stieß dabei auf den Outec-Travelshop (Link entfernt, siehe Kommentare). Dort wird ein faltbarer Hobokocher der Firma Expedition für 34,95 Euro angeboten. Laut Händler wiegt der Edelstahlkocher 540 Gramm und hat ein Packmaß von 115 x 150 x 10 mm. Eine Corduratasche nimmt den verrußten Kocher auf und verhindert das Verschmutzen des Rucksacks. Der Versand erfolgte recht schnell und ich wurde im Vorfeld über jede Veränderung des Bestellstatus per Mail informiert. Prädikat: Durchaus Empfehlenswert.

Nachtrag 11.06.09

Endlich habe ich die Gelegenheit gehabt den Hobo richtig zu testen. Einen ersten Brand im Garten hatte der Ofen ja schon hinter sich. Gestern packte ich dann meinen kleinen Rucksack und wanderte an den Rhein. An einer der Kiesbänke fand ich einen schönen Platz, an dem ich ausreichend kleines Holz fand. Da der Kocher im Kies etwas einsank, zog ich eine kleine Furche zur Unterlüftung. Dann füllte ich den Innenraum mit trockenen Blättern und kleinen Zweigen. Leider wollte sich das Holz so jedoch nicht entzünden. Ein Papiertaschentuch verschaffte Abhilfe. Schnell züngelten die Flammen hoch und ich warf dickere Zweige nach. Dann den Topf drauf. Die Auflage ist auch für den großen Topf vollkommen ausreichend.
Von der Seite steckte ich immer wieder Zweige in den Kocher. Die Hitze, die ich dabei spürte, war schon recht ordentlich. Etwa 6-7 Minuten später sprudelte das kochende Wasser im Topf geräuschvoll. Teatime. Schnell den Topf vom Feuer und nochmal etwas Holz nachgelegt. So genoss ich dann noch gemütlich ein kleines Lagerfeuer, trank meinen Tee und schaute den Schiffen zu.
Nachdem das Holz heruntergebrannt war, blieb lediglich ein kleines Häufchen weiße Asche übrig. Der Kocher kühlt relativ schnell wieder aus und kann bald wieder verpackt werden. Somit ist er durchaus auch mal für die Pause zwischendurch genutzt weden.

Hobo-Kocher

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