Montag, 6. Mai 2013

Stapellauf des Ally Challenger

Gestern war endlich wieder schönes Wetter. Ein perfekter Tag, um mit meinem Paddelkollegen Martin an den Nordheimer Altrhein zu fahren, den Ally Challenger aufzubauen und die "Seefestigkeit" meines Hundes zu testen. Das war ja bisher mit meinem Einerkajak nicht möglich.

Der Platz, an den wir eigentlich zum Aufbauen und Einsetzen wollten, war natürlich durch Angler belegt. Also mussten wir ausweichen. Der nächst mögliche Zugang zum Wasser war unter der Eisenbahnbrücke. Dort ist es zwar weniger idyllisch und es gibt statt Gras nur einen geschotterten Weg und eine ebensolche Uferböschung, dafür ist immerhin das Wasser im Uferbereich schön flach. Gerade mit Hund hat man somit einen wunderbaren Einstieg.

Paddeltour mit kompaktem Gepäck
Wir luden also unser Gepäck ab und breiteten die Einzelteile des Faltkanadiers direkt auf dem Weg aus. Von der Eisenbahnbrücke herunter konnte man dies wunderbar fotografieren. Dann positionierte ich meine Digitalkamera mit dem Stativ an der Brückenböschung und startete die Filmaufnahme, um den Aufbau zu dokumentieren. Bisher hatte ich das Boot lediglich einmal abgebaut und ein paar Mal das Video mit der Ally-Aufbauanleitung angeschaut. Grundsätzlich wusste ich also, wie der Faltkanadier aufzubauen ist. Trotzdem war klar, dass es beim ersten Aufbau etwas dauern würde. Zumal es in der Sonne ordentlich warm wurde und hin und wieder auch mal jemand neugierig vorbei schaute. Darunter sogar alte Bekannte von mir, die gerade mit den Fahrrädern unterwegs waren. Bei all dieser Ablenkung hatte natürlich niemand bemerkt, dass sich die Kamera irgendwann abgeschaltet hatte. Aber den Aufbau sollte man wohl eh besser erst dann filmen, wenn man ihn beherrscht und nicht ständig Leute "stören". An diesem Tag ging es sowieso primär darum, den Ally Challenger, die Moll Trophy Stechpaddel und die "Seefestigkeit" meines Hundes zu testen. 

Ally Challenger 17 DR in Einzelteilen (Zum Vergrößern anklicken)
Während mein Hund bereits immer größere Steine anschleppte, immer wieder über die Bootshaut des Faltkanadiers tappte und im späteren Verlauf des Aufbaus die Steine sogar in den Kanadier fallen ließ, gerieten wir in der Sonne immer mehr ins Schwitzten. Doch schließlich war der letzte Querspant eingesetzt und als krönender Abschluss das Klettband der Bug- und Heckabdeckungen angedrückt. Ich hatte extra den GorillaPod eingepackt und positionierte mit diesem nun die Rollei Bullet 3S am Bug des Kanadiers. Das funktionierte ganz gut: Zwei Beine des Stativs um das Oberrohr des Bugquerspants gewickelt, ein Bein zum Abstützen von vorne zwischen den Spant und die Bootshaut. Bedienen wollte ich die Kamera mit der Fernbedienung. Wie sich später herausstellte, hatte aber auch das nicht immer funktioniert. Sitzt man im Heck des Kanadiers, dann sieht man halt leider nicht, ob die Kamera am Bug nach einem Knopfdruck auf die Fernbedienung läuft oder nicht. Eine Erfahrung, aus der ich auch wieder gelernt habe.

Der fertig aufgebaute Faltkanadier
Nachdem wir alles im Boot verstaut und dieses zu Wasser gebracht hatten, mussten wir nur noch den Hund hinein bekommen. Also machte ich den Lockvogel und stieg als erstes ein. Siehe da, nach ein wenig Zögern kam meine Kleine tatsächlich Pfote für Pfote ins Boot. Vorher hatte sie natürlich erst noch einen schönen Stein hineingewofen. Ohne Spielzeug geht ja nicht. Martin machte es sich als Schlagmann vorne bequem, ich hatte im Heck das Steuerpaddel übernommen. 
Der Wasserstand des Rheins war recht hoch, sodass selbst hier im Altrheinarm eine sichtbare Strömung herrschte. Diese nutzten wir zum Einpaddeln. Vorbei an Treibholz und überschwemmten Bäumen und Büschen paddelten wir durch die Malbeeraue. Streckenweise fühlt man sich, als wäre man mitten in der Wildnis unterwegs. Ich liebe diese Gegend und war früher schon viel zum Angeln hier. Schon zu der Zeit träumte ich davon, hier mit dem Kanadier zu paddeln. Jahre später war es nun also soweit. Der Ally Challenger ließ sich recht gut manövrieren, aber mein Hund gab einfach keine Ruhe. Dadurch, dass wir ansonsten keine Packlast dabei hatten, reagierte der Faltkanadier auf ihr Hin- und Herlaufen recht kippelig. Angst hatte meine Tara allerdings nicht. Im Gegenteil hängte sie den Kopf aus dem Boot und schlabberte Wasser, spielte mit ihrem Stein und vertrieb sich die Zeit. Wir mussten jedoch ständig gegenhalten, damit das Boot nicht doch noch umkippte. Schließlich beschlossen wir umzudrehen. Martin bot sich an, auszusteigen und sich mit meinem Hund am Ufer zu verweilen, damit ich noch etwas das Solopaddeln testen konnte. Bei der Gelegenheit startete ich mit der Fernbedienung die Rollei-Cam am Bug. Dachte ich zumindest. Erst zuhause bemerkte ich dann, dass es gar keine Aufnahme gab.


Nach mir drehte Martin noch eine ganz kleine Runde und verschaffte mir damit immerhin doch noch einen kleinen Videoclip. Immerhin etwas, wobei ich mich natürlich gerne mal selbst im Video beobachtet hätte. Dann halt nächstes Mal. Für das Demovideo zu meinem Artikel über die Rollei (Link s. o.) sollte es aber genügen. Ich wollte dieses gestern Abend also noch mit dem Windows Live Movie Maker zusammenschneiden. Kleines Intro, Videoclip, Abspann, keine Musik im Hintergrund. Eigentlich kein Problem. Dann ließ sich plötzlich der Lauftext nicht animieren, die Vorschau lief nicht, Speichern als HD-Film ging nicht, die Funktion zum direkten Veröffentlichen bei Youtube ebenfalls nicht. Ganz toll. Irgendwie war da gestern echt der Wurm drin. Nach einem Neustart funktionierte es dann endlich und ich generierte direkt aus dem Tool heraus einen Youtube-Film, der dann online mit sagenhaften 480p gespeichert wurde. Außerdem hat der eigentliche Videoclip ein anderes Format wie Intro und Abspann. Ich bin begeistert...
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