Freitag, 7. März 2014

The North Face Stratos Hardshell


Wie ich bereits Ende letzten Jahres schrieb, habe ich von den Bergfreunden einen Ersatz für die getestete Sherpa Khumjung Jacke erhalten. Inzwischen konnte ich die The North Face Stratos Hardshelljacke ausreichend oft tragen. Bei uns gab es über den Winter genügend Regentage und Schmuddelwetter und mit meinen Hund ziehe ich eh bei jedem Wetter los. Was kann man also von einer Hardshell im unteren Preissegment von bis zu 150 Euro erwarten? Zeit, ein erstes Fazit zu ziehen. 

Ein verlässlicher Begleiter: Die TNF Stratos Jacket

Ein erster Blick auf die Jacke

Laut The North Face ist die Stratos Jacket eine wasserdichte, atmungsaktive Bergsportjacke für alpine Unternehmungen bei schlechtem Wetter. Als Material findet hier das hauseigene HyVent® in zwei Lagen Verwendung. HyVent ist mit einer im Gegensatz zu anderen namhaften Beschichtungen ökologisch und gesundheitlich etwas unbedenklicheren PU-Beschichtung versehen, welche auch bei dem Gelanots® der Sherpa Jacke zum Einsatz kam. In wie weit diese Unbedenklichkeit auf die sogenannte DWR-Imprägnierung (Durable Water Repellent) zutrifft, dazu haben meine Recherchen leider keine Ergebnisse erbracht. Auf jeden Fall soll die Imprägnierung sehr widerstandsfähig sein und notfalls auch mal in der Wärme des Wäschetrockners reaktiviert werden können. Zudem sind wohl alle Nähte der Stratos Jacket verschweißt.

Die Praxis

Das Netzinnenfutter sorgt für ein angenehmes Klima  
Rein optisch hat mir die Stratos Jacket schon auf den Abbildungen gut gefallen. Ich entschied mich für die Variante Schwarz mit roten, abgedeckten Reißverschlüssen und rotem Netzinnenfutter. Bewusst wählte ich die Größe XL. Gut, ich bin sowieso etwas stabiler gebaut, aber unter die Jacke passt in dieser Konfektionsgröße zur Not noch wunderbar eine dicke Zwischenschicht aus warmer Unterkleidung und einem Polar Fleece. Somit gab es auch im erwähnten nass-kalten Schmuddelwetter keine Probleme. Die Ärmelbunde lassen sich über Klettverschlüsse enger stellen, was auch gut in Fleece-Handschuhen klappte. Die Kapuze lässt sich über eine abgedeckte elastische Schnürung mit Kordelstopper hinten sowie zwei vorne wunderbar an den Kopf anpassen. Um sie bei einsetzendem Regen aufzusetzen, musste ich dann allerdings den Reißverschluss der Jacke etwas öffnen. Dafür sitzt im Verschlusszustand dann aber auch alles ganz gut und das Sichtfeld ist nicht weiter eingeschränkt. 

Die Länge der Jacke reicht locker bis unter den Beckengurt des Rucksacks, Schulterverstärkungen sind in diesem Preissegment allerdings nicht zu erwarten. Gut gefallen hat mir dafür die Länge der Reißverschlüsse an den Seiten. In das Netzinnenfutter sind auf beiden Seiten Taschen eingearbeitet, die durch die recht hoch reichenden Reißverschlüsse auch zugänglich sind, wenn man einen Rucksack trägt. Gleichzeitig dienen diese nämlich als zusätzliche Lüftung. Darüber hinaus ist die Stratos Jacket mit Pit Zips ausgestattet, Reißverschlüssen unter den Armen, die ich bei Regenjacken für den Outdooreinsatz immer sehr begrüße. Somit lässt sich auch bei anstrengenderen Märschen ein angenehmes Trageklima herstellen.

Imprägnierung mit gutem Abperleffekt
Ebenfalls positiv aufgefallen ist mir die bereits oben erwähnte DWR-Imprägnierung. Gerade bei den etwas günstigeren Hardshells erlebte ich es schon häufiger, dass der erste Regenschauer noch ganz gut weggesteckt wurde. War die Jacke wieder trocken und bekam dann den zweiten Regen ab, ließ der Abperleffekt schon deutlich nach. Auf Tour ein absolutes No-Go, wie ich schon vor einigen Jahren in den schottischen Herbststürmen mit einer leichten Regenjacke von Marmot erleben musste. Hier hat mich die Durable Water Repellent Imprägnierung nun aber wirklich überrascht. Sie behält noch bis heute weitestgehend ihren Abperleffekt bei. Ich habe die Jacke zwischendurch lediglich ein paar Mal nass auf einem Bügel vor den Heizkörper gehängt und quasi warm getrocknet, ansonsten den gesamten Winter hindurch praktisch jeden Regen mitgenommen, auf Tageswanderungen mit Rucksack unterwegs gewesen und bin mit dem Hund durchs Unterholz gestreift. Die Stratos Jacket hält mich nach wie vor trocken. Auch als Windbreaker hat sie sich dementsprechend bewährt. Zudem ist sie leicht und bei Bedarf relativ kompakt verstaubar. 

Mein Fazit

Natürlich würde ich auf ausgedehnten Trekkingtouren abseits der Zivilisation eher auf eine schwerere und stabilere Dreilagen-Hardshell vertrauen wollen. Dennoch hat die The North Face Stratos Jacket durchaus ihre Einsatzgebiete. Konzipiert wurde sie ja vor allem als Bergsportjacke, was ich mir durchaus vorstellen kann. Sie ist nicht nur leicht, sondern schränkt auch nicht sonderlich in der Bewegung ein. Die gute Belüftung lässt auch körperlich anstrengendere Gangarten zu und der Regenschutz ist die ganze Testphase hindurch verlässlich geblieben. Der einzige kleine Störfaktor könnte sein, dass man den Reißverschluss im oberen Drittel nicht einfach mit einer Hand hochziehen kann. Hier muss man schon die anderen Hand zur Hilfe nehmen und beide Seiten etwas zusammen halten. Dies könnte aber der Beschichtung auf dem Reißverschluss geschuldet sein und ist einfach nur Gewöhnungssache. Ich werde diese Jacke auf alle Fälle weiterhin auf Wochenendtouren und ausgedehnten Wanderungen mit meinem Hund nutzen und sobald meine Paddelsaison wieder startet, wird die Stratos Jacket wohl auch in meinem Faltcanadier ihren Platz finden. In diesem Preissegment ist die The North Face Stratos Hardshell in meinen Augen also durchaus eine Kaufempfehlung.
Kommentar veröffentlichen