Donnerstag, 22. Februar 2007

Ein Dosenkocher

Heute wollte ich mal etwas basteln. Seit ein paar Wochen hatte ich schon vor, mir einen sogenannten Canstove zu bauen. Als Vorlage diente mir der Dosenkocher aus Stefan Dapprichs Buch Trekking ultraleicht (Verlag: Conrad Stein; Auflage: 1, Juni 2006, ISBN 3866861842). Ich habe mir auch andere Bauanleitungen im Internet angeschaut, aber dieser Coladosenkocher aus dem Buch war mir noch immer am sympatischsten.
Der Autor nimmt eine Coladose und eine Bierdose für das äußere Gehäuse, da die Dosen oftmals einen minimal unterschiedlichen Durchmesser haben sollen und sich dadurch besser ineinander stecken lassen.
In meinem Fall sollten stilecht zwei Guinnessdosen die Gehäuseteile bilden. Andere bauten schließlich auch schon Kocher, deren Gehäuse aus zwei gleich großen Dosen hergestellt waren. Irgendwie musste das also auch passen. Ich trennte also aus der ersten Dose das vorher markierte Bodenteil in einer Höhe von etwa 35mm ab. Mit einem Cutter ging das recht gut. Musste nur noch die Schnittkante gerade gebogen werden.
Am äußeren Rand des zweiten Dosenbodens, auf der Außenseite des Bodenwulstes, schlug ich ringsum im Abstand von jeweils etwa 5mm mit Hammer und einem kleinen Nagel Löcher rein. Auf der Innenseite des Bodenwulstes fuhr ich mehrfach mit der Cutterklinge entlang und musste dann nur noch ein paar mal mit Hammer und Nagel an der Ritzung entlang klopfen, bis sich der innere Boden wie ein Dosenverschluss öffnen und entfernen ließ. Danach trennte ich das gesamte Stück von der Dose ab und hatte somit auch das Oberteil, den eigentlichen Brenner. Die Zwischenwand für die Brennkammer schnitt ich mir aus einer dieser kleinen Energydrink-Dosen heraus. Der Durchmesser musste durch einen kleinen Falz etwas verkleinert werden, damit die Zwischenwand genau in den Wulst der Gehäuseteile passt. Dann wurden aus dem unteren Rand noch drei kleine Dreiecke herausgeschnitten.
Nun kam der fummelige Teil. Die beiden Teile der Guinnessdosen mussten ineinander gesteckt werden und die Trennwand der Brennkammer musste dabei auch gleich drin sein. Als so einfach stellte sich das dann doch nicht heraus, da die beiden Dosenböden ja nun mal den gleichen Durchmesser hatten. Nach einigen Versuchen kam ich dann auf die Idee, am Unterteil einen dünnen Rand mit der Zange leicht nach innen zu biegen und am Oberteil leicht nach außen. Danach ließen sich die Teile ganz leicht ineinander stecken. Es gibt den Tipp, den Rand dann mit einem Streifen selbstklebender Alufolie aus dem Baumarkt zu tapen, aber das habe ich nicht zuhause gehabt. Also musste der Test erst mal ohne die Verklebung auskommen.
Ich füllte in die innere Brennkammer etwas Spiritus und zündete den Kocher an. Nun galt es nur noch abzuwarten, ob der Brenner zündete und siehe da, als der Spiritus zu kochen begann, vergaste er und drückte sich in der äußeren Kammer durch die kleinen Brennerlöcher, wo er in schönen blauen Flammen verbrannte.


Als Fazit kann ich sagen, dass der Kocher bestimmt ebenso gut brennt, wie der Trangia, dabei aber noch leichter ist und nur drei Getränkedosen kostet. Vorteil des Trangia Spirituskochers ist der Schraubdeckel mit Dichtung, der es ermöglicht, zu viel eingegossenen Spiritus im Kocher aufzubewahren. Außerdem ist beim Trangia noch dieser zweite Deckel dabei, der zum Löschen der Flamme gedacht ist. Der Canstove hingegen benötigt schon etwas Erfahrung, damit man den Spiritus richtig dosiert. Ein kleines Deckelchen zum Ablöschen könnte man sich noch aus Alufolie ganz einfach im Lager herstellen. Überschüssigen Brennstoff mus man halt aus dem Kocher wieder in die Brennstoff-Flasche umfüllen. Ich habe hierzu einen kleinen Falttrichter, aber man könnte sich auch hier u.U. mit etwas Alufolie aushelfen.
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