Mittwoch, 21. Februar 2007

Einkauf und unterwegs kochen

Gestern Abend nach Feierabend fuhr ich mal zum Realmarkt. Ich wollte mir eh gleich das neue Outdoor Magazin holen. Bei der Gelegenheit versuchte ich Regalreihe für Regalreihe aufmerksam nach Lebensmitteln zu durchforsten, welche für eine Rucksacktour geeignet sind. Spezielle Produkte für den Outdoorsektor kosten nämlich gutes Geld. Neben offensichtlichen Produkten, wie Müsliriegel, Müsli, Körnermischungen, Trockenfrüchten, löslichem Kaffee, Tee, oder auch Pflanzenöl in Minifläschen, findet man auch andere Dinge, die man verwerten kann. So ist zum Beispiel Kartoffelbrei etwas, das man wegen der kurzen Kochzeit gut draußen anmachen kann, wie auch Couscous. Gemüsebrühe zum Würzen ist auch immer gut und kann gleichzeitig als heiße Tassensuppe zum Aufwärmen verwendet werden. Röstzwiebeln sind für mich persönlich auch eine Zutat, die immer dabei sein sollte.
Ich hole mir auch gerne Mettwürste, dünne Salamis etc., welche ich dann bei mir in der Küche ausgepackt aufhänge und trocknen lasse. Die kann man unterwegs zum Aufwerten einer warmen Mahlzeit nehmen, oder einfach mal so für die Lust auf Fleisch. Zum Verpacken und Portionieren nehme ich für viele Lebensmittel (auch Akkus, oder wichtige Reiseunterlagen) Ziplock Beutel mit meist 0,5 l und 1 l Inhalt und verstaue alle vorverpackten Lebensmittel dann in einem leichten Netzbeutel, damit das Zeug zusammenbleibt.

Wenn man etwas schaut, dann findet man auch solche Beutel mit Nudelfertiggerichten, die kurze Kochzeiten haben. Lt. einem Test von Outdoor sollte man aber darauf achten, dass die Kochzeit 10 Minuten nicht übersteigt, da man ansonsten zu viel Brennstoff benötigt. Auch haben diese Gerichte nicht so viele Kalorien und sind nicht so sättigend wie richtige Outdoorgerichte. Um nach einem anstrengenden Marschtag dann auf seine Kalorien zu kommen und den Hunger zu stillen, muss man hier also schon pro Person einen ganzen Beutel rechnen. Bei den speziellen Produkten reicht ein Beutel schon mal für zwei Leute. Ein weiterer Vorteil der speziellen Nahrung ist die hitzebeständige Aluverpackung und die schnelle Zubereitung: Beutel auf, heißes Wasser dazu, etwas mit Klamotten außenrum isolieren und ziehen lassen - fertig. Der Topf bleibt sauber und muss nicht in der Pampa gespült werden. Hat man kein Gewässer am Lagerplatz, dann spart das auch wieder von dem kostbaren Nass, welches man mit sich herumträgt.
Ich habe mir trotzdem einige Fertiggerichte mitgenommen, die zwischen maximal 8 bis zu 5 Minuten Kochzeit benötigen. Ich möchte für die Zubereitung demnächst mal ein Experiment wagen. Kartoffelbrei ist ja ebenfalls in Alubeutel verpackt. Wenn man diese Beuten sorgfältig aufschneidet und sammelt, dann könnte man die ggf. auch für die Zubereitung gängiger Fertigmahlzeiten verwenden. Meine Überlegung geht dahin, den Beutel in ein warmes Nest aus Kleidung, Schlafsack o.ä. zu betten und die Nudelgerichte mit aufgegossenem kochenden Wasser darin ziehen zu lassen. Bei einer vorgegebenen Kochzeit von 5 Minuten würde ich als Ziehzeit 10 Minuten versuchen. Den gebrauchten Alubeutel kann man dann bei nächster Gelegenheit entweder im Mülleimer entsorgen, oder spülen. Kommt definitiv auf einen Versuch an. Wenn es klappt, super, wenn nicht, auch ok.

Ich möchte eigentlich auch immer gerne mal Brot mitnehmen.
Normales Brot würde aber zu viel Platz im Rucksack wegnehmen und leicht zerdrückt werden. Deshalb verwende ich zum Beispiel das kleine runde Party-Pumpernickel, oder noch lieber diese kleinen abgepackten Pitabrote. Sehr beliebt bei Trekkern ist auch das unterwegs selbstgemachte Bannockrot, aber neben der Teigmischung muss man hier auch wieder ausreichend Wasser und Brennstoff im Gepäck einkalkulieren.

Eine sehr gehaltvolle Nahrung ist auch Pemmikan, für den man einige Rezepte im Internet findet. In Stefan Dapprichs Outdoor-Ratgeber Trekking ultraleicht ist auch ein nettes Rezept enthalten. Pemmikan ist ein Energielieferant aus Trockenfleich, Fett, Gewürzen und Beeren. Ich selbst verwende mageren Würfelspeck, den ich auf einem Pommes Frites Backblech ausbreite und bei geringer Hitze langsam im Backofen trockne. Das Blech hat den Vorteil, dass die Warmluft durch die Löcher ziehen kann und sich kein Fett sammelt, welches die Trocknung behindern würde. Das getrocknete Fleisch mahle ich dann mit dem Pürierstab und vermische es mit den restlichen Zutaten. Wem das alles zu viel Aufwand ist, der kann natürlich auch fertigen Pemmikan kaufen, wie ihn z.B. Globetrotter anbietet.

Was immer gerne geraten wird, ist die Mitnahme von Vollmilchpulver, oder auch Eipulver (z.B. bei Globetrotter). Das Vollmilchpulver kann gleich unter das Müsli, oder auch den löslichen Kaffee gemischt werden , dann muss man nur noch Wasser drübergießen. Das Magermilchpulver, wie man es auch im Supermarkt bekommt, ist zwar günstiger und leichter zu beschaffen, aber auch nicht so gut für den nötigen Energievorrat einer mehrtägigen Rucksacktour geeignet.
Das Eipulver ist mal eine nette Abwechslung fürs Frühstück und gibt es beispielsweise auch als Rührei mit Zwiebeln. Kombiniert mit Kartoffelbrei, Wurst und Röstzwiebeln auch eine Variante für abends.

Als ich im Supermarkt war, lief ich sogar mal durch die Abteilung für Babynahrung. Es gibt ja viele Brei-Instants, die man durchaus auch mal testen könnte, aber ich bin halt einfach der herzhafte Typ. Letztendlich kann man sich zwar auch in einem gut sortierten Supermarkt für eine Tour über einige Tage mit Verpflegung eindecken - man bekommt da sogar Beef Jerky (25g 1,99 €, 100g 5,99 €) - aber etwas für mich wirklich Neues fand ich da nicht unbedingt. Für eine längere Trekkingtour würde ich persönlich
auch noch auf einige spezielle Outdoorprodukte zurückgreifen. Zumindest, wenn sich unterwegs keine Gelegenheit zum Einkaufen böte, um den Speiseplan zu bereichern.
Kommentar veröffentlichen