Montag, 14. April 2008

Zu Besuch bei der Globeboot

Globetrotter veranstaltete vergangenes Wochenende sein alljährliches Testevent Globeboot zum ersten Mal am Langener Waldsee bei Langen-Mörfelden. Gestern wollte ich die Gelegenheit nutzen und diese Veranstaltung endlich einmal besuchen. Nach einem kritischen Blick in den Himmel packte ich meine Regenjacke und die Neoprenschuhe ein, gab die auf der Internetseite von Globetrotter angegebene Adresse in mein Navi ein und machte mich auf den Weg über den Rhein. Auf der Autobahn begann es dann auch gleich zu regnen, aber davon wollte ich mich nicht abhalten lassen. Etwas verwundert war ich, als mich mein Garmin von der Autobahn abgefahren dann ins Langener Gewerbegebiet navigierte. Ging es zum Waldsee nicht anders herum? Und tatsächlich stand ich am Ziel angekommen vor einer Schranke, welche den Weg in den Wald versperrte und, wie mir Passanten versicherten, locker eine halbe Stunde Fußweg vom See entfernt. Sie konnten mir dann aber immerhin erklären, wohin ich fahren musste.
So kam ich dann etwas später am Freibad des Langener Waldsees an. Die graue Wolkendecke war zwischenzeitlich sogar aufgerissen und die Sonne schickte ein paar wärmende Strahlen auf das Gelände. Das Areal liegt eigentlich nanz nett, eingebettet im Langener Stadtwald. Der Waldsee ist ein großer Baggersee, der wohl durch den langen Baggerbetrieb recht tief ins Gelände eingeschnitten und weitläufig ist. Oberhalb des Sees, gleich vom Parkplatz des Freibades aus erreichbar, betrat ich das Gelände zur großen Zeltausstellung. Der Blick fiel dann auch gleich auf das große Angebot an hochwertigen Hilleberg-Zelten, welche ich mir dann auch gerne näher besah. Hier waren ein paar Modelle aufgebaut, welche ich noch nicht in natura bestaunen konnte. Direkt dahinter war das kleine, aber feine Angebot an Bergans Zelten aufgebaut. Darunter das kleine und mittlere Lavvo, wenn ich mich in den Größen nicht getäuscht habe. Ein wunderbares Zelt mit sehr viel Platz, aber halt auch entsprechendem Gewicht und Packmaß. Etwas weiter hinten entdeckte ich dann den Stand der Firma Wechsel. Das orangene Forum 42 im Vordergrund viel einem schon von Weitem direkt ins Auge. Mit dem Vertreter von Wechsel führte ich alsdann eine nette Unterhaltung über das Zelt und seine interessante Entstehungsgeschichte. Wechsel gegenüber fielen mir dann noch die orangenen Geodäten der Firma Marmot ins Auge, die ich mir etwas genauer besah, bevor ich mich an den Stand von Snow Peak begab. Dies war der einzige Stand mit Equipment, welchen ich entdecken konnte. Was Snow Peak an dem kleinen Pavillon präsentierte, war eine kleine, aber feine Auswahl an Zubehör für die Campingküche. Neben bereits bekannten ultraleichten Titantöpfen, Bechern, Besteck und dem Gaskocher mit Piezozündung gab es auch ein paar Neuheiten, die diesen Sommer auf den deutschen Markt kommen. So kommt der Spork aus Titan nun noch in einer kurzen und somit noch leichteren Version auf den Markt. Gefallen haben mir die langen Zinken und die Größe dieses Leichtgewichts, welches in jedem noch so kleinen Topfsetz seinen Platz finden sollte. Aber auch ein neuer Gaskocher soll wohl diesen Sommer auf den Markt kommen. Natürlich ist auch dieser Micro Max aus leichtem Titan gefertigt und lässt sich ultraklein zusammenlegen. Das System dieses Kochers gefällt mir zugegebenermaßen besser als das meines Primus MicronStove Ti. Ich werde mal abwarten, was der Kocher bei uns kosten soll.

Meine momentane Priorität lag aber ganz klar unten am Strand. Hier tummelten sich die Leute mit geliehenen Schwimmwesten und Paddeln um die Boote, welche sich am Strand aneinander reihten. Faltboote von Klepper, Ally, Feathercraft und Pakboats, die Kajakflotte von Klepper und Lettmann, Schlauchboote von Grabner, oder auch die neuen Hobbie Kayak Mirage Boote, bei welchen man über Pedale Flossen antreibt, die dem Antriebsprinzip von Robben und Pinguinen nachempfunden sind, standen zum ausgiebigen Test zur Verfügung. Mein Interesse galt hauptsächlich dem neuen Prijon Cruiser 430 mit seiner großen Einstiegsluke und dem recht komfortablen abgeschotteten Stauraum im Heck. Dieses HTP-Kajak ist selbst mit Schlittenfußstütze und Steuervorbereitung noch recht günstig zu haben. Ein erster Test verlief noch recht wackelig, aber nachdem dann die Schlittenfüße und der Sitz richtig eingestellt waren, bemerkte ich bereits beim nächsten Ablanden eine deutliche Verbesserung. Das Kajak ist tatsächlich recht flott und hat einen angenehmen Sitz. Manche würden nur die Sitzlehne niedriger wählen, aber das ließe sich noch günstig nachrüsten. Viel Spass machten mir auch die größeren Tour- und Seekajaks, die ich testete. Hier gab ich dann schon mal so richtig Gas und ließ den schlanken Bug durch die Wellen des vom Wind aufgerauten Wassers schneiden, bis meine Arme schwer wurden. Nicht so begeistert war ich hingegen von einem getesteten Pakboat. Es gab weder Fußstützen, noch sonst eine vernünftige Möglichkeit, um das Boot mit den Beinen zu fixieren. Leider zog nachmittags dann tatsächlich ein Gewitter auf und entlud sich Sturm gepeitscht über das Gelände, womit ich meinen Besuch für beendet erklärte. Trotz allem war es ein netter Tag.
Kommentar veröffentlichen