Samstag, 9. März 2013

Meine Ausrüstungs-Top Drei - immer dabei

Wahrlich weite Kreise durch die Blogosphäre zieht gerade die Aktion "My three favourite Bushcraft and/or Camping items". Jeder teilnehmende Blogger stellt seine drei liebsten Ausrüstungsgegenstände vor und taggt weitere Blogger, damit diese dann ebenfalls ihre Lieblingsausrüstung vorstellen. In den deutschsprachigen Raum gelangte diese Aktion mit der outdoorseite und wird inzwischen auch gerne Blogstöckchen genannt. Joachim von trekking-marokko hat diesen Staffelstab nun auch an mich weitergereicht und ich folge der Einladung gerne.

Da ich ja auch einer dieser kleinen Ausrüstungsfreaks bin, habe ich aber erst einmal die Qual der Wahl. Viele meiner Ausrüstungegegenstände finde ich natürlich toll. Sonst hätte ich sie nicht. Das eine Zelt ist hierfür super, jene Isomatte dafür, die Tekkingstöcke eh schon auf ungezählten Kilometern eine Stütze gewesen. Aber was ist so gut wie immer dabei und gehört somit zu meinen bewährtesten und am meisten gebrauchten Teilen? Wie bei den meisten anderen Bloggern, so sind es auch bei mir eher die kleinen, alltäglichen Dinge, die ich hier vorstellen möchte. Beginnen wir mit dem Gegenstand, dessen Wahl mir am leichtesten fiel:

Victorinox Hercules Taschenmesser
Schon seit meiner Jugend bin ich bekennender Messerfan und habe in den vergangenen Jahrzehnten so einige besessen. Vom teilbaren Klappmesser mit Löffel und Gabel bis zu kleinen handgeschmiedeten Kostbarkeiten mit feststehenden Klingen. Für den Outdoorbereich nutzte ich zuletzt ein Opinel Nr. 8 und ein altes Leatherman Multitool. Das Opinel ist wunderbar leicht und lässt sich hervorragend schärfen. Als ich in Schottland unterwegs war, bekam ich allerdings ein paar Mal Probleme mit dem Griff. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit war das Holz gequollen und die Klinge verklemmt. Nur mit Hilfe der Zange meines Leathermans war das Messer noch zu öffnen. Auf der nächsten Tour in Lappland war etwas am Gaskocher zu justieren und der einzige Kreuzschraubenzieher an meinem Multitool war zu groß. Peter hatte zum Glück sein Schweizer Messer dabei und ruckzuck war der Kocher wieder in Ordnung gebracht. Damit war für mich endgültig die Entscheidung gefallen, eine vernünftige all-in one-Alternative musste her. Also suchte ich irgendwann nach der Tour ein alt eingesessenes Fachgeschäft für Messer in Worms auf und ließ mich beraten. Da ich eine vernünftige Klingenlänge mit Arretierung bevorzuge und klare Vorstellungen davon hatte, was ein solches Messer alles zu bieten haben sollte, fiel meine Wahl schnell auf das Victorinox Hercules, einem Feststellmesser mit 111 mm Grifflänge. Mit ausgeklappter Messerklinge kommt es auf 195 mm. Das hat seitdem für alles gereicht. Insgesamt hat das Taschenmesser ab Werk 18 Funktionen:

1. Feststellklinge
2. Korkenzieher
3. Dosenöffner mit:
4. - kl. Schraubendreher
5. Kapselheber mit:
6. - Schraubendreher
7. - Drahtabisolierer
8. Stech-Bohr-Nähahle
9. Ring, inox
10. Pinzette
11. Zahnstocher
12. Holzsäge
13. Schere
14. Langer feiner Phillips-Schraubendreher
15. Kombi-Zange mit
16. - Drahtschneider
17. - Hülsenpresser
18. Phillips-Schraubendreher
Dazu bekam ich als 19. Funktion noch den patentierten Mini-Schraubendreher, der in den Korkenzieher gedreht wird. 


Insgesamt kommt das Victorinox Hercules auf ein Nettogewicht von rund 199 g, die ich sehr gerne mit mir herumtrage. Praktisch jeder Teil des Taschenmessers war schon mal in Verwendung und hat mich bisher nicht im Stich gelassen. Selbst die kleine Säge, die natürlich nicht zum Fällen von Bäumen taugt. Auch die Zange, die natürlich kleiner als beim Leatherman ist, hat bis jetzt ausgereicht. So lange ich nur zu Fuß unterwegs war, habe ich mit diesem Messer in der Tasche noch nichts vermisst. Ergänzende Tools habe ich lediglich für mein Mountainbike und mein Kajak.

snow peak Titanium French Press
Auf den zweiten Platz kommt bei mir etwas, das manche wohl schon eher als Luxusartikel ansehen würden. Ich bin nunmal eine Kaffeenase und habe lange genug löslichen Kaffee dabei gehabt. Das ist aber einfach nicht das Selbe. Vor allem, wenn man es zuhause gewohnt ist, Kaffee aus dem Vollautomaten oder mit frisch gemahlenen Bohnen aufgebrüht aus der Bodum-Kanne zu trinken. Da reicht es schon, wenn man unterwegs auf Milchpulver zurückgreifen muss. Wenigstens der Kaffee sollte dann aber die Bezeichnung verdienen.
Mit der Titanium French Press habe ich lange geliebäugelt, war aber wegen des doch recht hohen Kaufpreises immer doch zu geizig. Dann bekam ich von Globetrotter einen netten Gutschein zum Einlösen der Globepoints, die ich auf meine Kundenkarte angesammelt hatte und plötzlich kostete mich die Titankanne nur noch eine kleine Zuzahlung. Sie fasst 0,5 Liter, was für zwei bis drei Tassen Kaffee ausreicht und wiegt dabei gerade einmal rund 200 Gramm. Die French Press arbeitet mit dem Pressfiltersystem, wie man es auch von Bodum kennt. Kaffee mahle ich mit meiner elektrischen Mühle zuhause vor und fülle ihn in einen Ziplock-Beutel. Unterwegs brauche ich fürs Frühstück dann nur einen halben Liter Wasser zu kochen, gemahlenen Kaffee in die Kanne zu geben und aufzugießen. Sofort breitet sich das gewohnte, herrliche Kaffeearoma aus und der Tag kann beginnen. Nur noch umrühren, etwa drei Minuten ziehen lassen, Deckel drauf und Kolben langsam nach unten drücken, schon lässt sich Kaffee genießen wie zuhause. Und zum Reinigen einfach mit etwas Wasser ausschwenken. Der Kaffeesatz ist vollkommen biologisch abbaubar.
Als wir 2008 auf unserer Trekkingtour durchs Vindelfjäll unterwegs waren, verführte mein morgendlicher Kaffee sogar meine Begleiter, beide eigentlich passionierte Teetrinker. Zum Glück hatte ich genug Kaffee vorgemahlen, um morgens statt einer Kanne zwei anzusetzen. Seitdem war die snow peak Kanne eigentlich immer dabei.


Am schwersten fiel mir die Entscheidung für Platz drei. Einerseits wäre da mein Light My Fire Mealkit, das ja auch immer mit dabei ist, andererseits aber etwas viel Essenzielleres, für das ich mich letztendlich entschieden habe, nämlich das Platypus Hoser Trinksystem.
Ich habe noch die alte Variante, deren Wasserbeutel einen Boden zum Hinstellen hat. Die neuere Variante ist hingegen mit einem Aufhänger versehen. Aber fangen wir von vorne an. In den Neunzigern waren nämlich die klassischen SIGG-Flaschen mit Trinkverschluss weit verbreitet. Meine alte SIGG habe ich noch heute, benutze sie zusammen mit der optionalen Isolierhülle aber nur noch beim Paddeln. Für den Rucksack gibt es erheblich leichtere Alternativen und als ich 2007 meine Schottlandtour plante, wollte ich unbedingt noch mein Packgewicht reduzieren. Ich las über die amerikanischen Platypus-Trinkbeutel aus mehrschichtiger BPA-freier Folie. Wenn ich mich recht erinnere, dann stammt das Material ursprünglich aus dem medizinischen Bereich. Es ist auf jeden Fall stabil und absolut geruchs- und geschmacksneutral.


Tagsüber habe ich das Platypus Hoser gerne als Trinksystem im Rucksack verstaut. Der Vorteil ist, dass man viel regelmäßiger Wasser zu sich nimmt wie mit der Trinkflasche. Schließlich hat man das Mundstück direkt vor sich am Rucksackgurt und kann während des Laufens immer mal ganz bequem einen Schluck zu sich nehmen. Gerade an heißen Tagen ein riesiger Vorteil. Einziger Nachteil ist, dass man dann nicht sieht, wann der Wassersack leer ist. Aus diesem Grund habe ich als Backup immer noch gerne eine kleine Nalgene Weithalsflasche dabei. Zumal mein Hund auf Tour ja auch sein Wasser braucht.
Das Tolle am Platypus Hoser ist, dass der Trinkschlauch aufgeschraubt wird. Das Gewinde entspricht dabei genau dem herkömmlicher PET-Flaschen, deren Verschlüsse man somit super benutzen kann. Dadurch lässt sich der 2 Liter fassende Beutel auch als kleiner Wassersack fürs Lager nutzen. Unbefüllt ließe sich der leichtgewichtige Trinkbeutel selbst in einer Hosentasche verstauen, wenn es darauf ankäme. Einziges No-Go: Als Trinksystem genutzt niemals mit kohlesäurehaltigen Getränken füllen! Der Druck, der beim Laufen im Beutel entsteht sorgt nämlich dafür, dass sich die Flüssigkeit dann kontinuierlich durch das Mundstück presst. An heißen Tagen zwar auch eine Art von Erfrischung, aber nicht ganz so, wie gewollt.

So that´s it von meiner Seite. Nun bin ich daran, die nächsten Blogger zu taggen, um das Blogstöckchen weiterzureichen. Wir sind schließlich neugierig, was andere Blogger als ihre drei liebsten, besten, am meisten verwendeten Ausrüstungsgegenstände ansehen.

  • Als erstes tagge ich Jerome, mit dem ich seit der Planung seines Verzeichnisses Blogtrail.de den einen oder anderen netten Kontakt hatte. Daneben betreibt er schließlich auch ein Blog mit Travel und Outdoorfotografie: jeromesoika.de
  • Wookie vom Mal raus - Blog, einer meiner ältesten Blogfollower ;-) und
  • Carsten von fastpacking.de, weil ich die UL-Szene als absolute Krone der Ausrüstungsfreaks ansehe und bewundere.
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