Freitag, 1. Februar 2013

Der Primus EtaPower Pot 1,2 l

Primus EtaPower Pot 1,2 L ovp. Neudeutsch nennt man es ja inzwischen eigentlich Unboxing, aber ich packe einfach mal ganz altmodisch das Päckchen aus, welches Outdoortrends.de mir geschickt hat. Darin befindet sich der Primus EtaPower Pot 1,2 L, einem Kochtopf aus hartanodisiertem Aluminium mit interiertem Wärmetauscher, den ich sofort ersten Tests unterziehen möchte. Vorher schauen wir uns aber erst einmal den Pot an. Wie ich es von Primus gewohnt bin, so gehört auch hier ein Packbeutel dazu. Dieses Mal sogar ein recht stabiler, der nur zur Hälfte aus Mesh gefertigt ist. Der Topf darin macht auf den ersten Blick einen guten Eindruck. Der Deckel besteht aus BPA-freiem ABS und kann mittels dreier Nasen ähnlich einem Bajonettverschluss auf dem Topf fixiert werden. Zudem verfügt er über ein Ausgusssieb zum Abschütten von Nudelwasser etc. 

Griff nach unten geklappt, Wärmetauscher geschütztDer Stahlbügelgriff ist im Transportzustand nach unten geklappt und hält somit eine PP-Schale, die als Schutz der Lamellen des Wärmetauschers dient. Auch die Schale ist als lebensmittelecht gekennzeichnet und könnte somit gegebenenfalls als Teller herhalten. Allerdings ist Polypropylen ein Thermoplast. Etwas kochend Heißes würde ich also wahrscheinlich eher nicht einfüllen.
Um den Griff zu nutzen muss der Stahlbügel etwas zusammengedrückt werden. So lässt er sich nach oben klappen und einhaken. Danach lässt sich eine Fixierung nach vorne schieben und der Griff ist gesichert.


Der Wärmetauscherring von untenNimmt man den Deckel ab, fällt einem innen die Titan-Antihaftbeschichtung auf. Hört sich hochwertig an, muss sich unter Realbedingungen auf Tour aber erst noch bewähren. Schauen wir uns nun die Daten des Topfes an. Laut Hersteller misst er (Durchmesser x Höhe) 160 x 115 mm und fasst 1,2 Liter. Als Gewicht wird 260 Gramm angegeben, aber meine Küchenwaage meint, dass Topf und Deckel zusammen 265 Gramm wiegen. Nimmt man noch den Wärmetauscher-Schutz dazu, dann erhöht sich das Transportgewicht auf 300 Gramm. Die eingeprägte Skala reicht bis 1 Liter, was in meinem Messbecher allerdings etwa 1,1 Liter entspricht.


Erster Kochtest auf dem Trangia MiniKommen wir nun zu meinen durchgeführten Tests. Vorab ging es erst einmal darum, mit welchem meiner Kocher dieser Topf einen Sinn macht. Hierbei spielt einerseits der richtige Stand des Topfes eine Rolle, andererseits natürlich die Effizienz. Als Referenz nutzte ich meinen Primus Litech Trek Kettle und 900 ml Leitungswasser, dessen gerade noch vertretbarem Fassungsvermögen.
Meinen neu gebauten Holzvergasungskocher wollte ich eigentlich als erstes testen. Auf meinem kleinen Basteltisch natürlich nicht mit Holz, sondern mit Spiritus und dem Dosenkocher. Das funktioniert zwar generell, allerdings bin ich mir nicht sicher, ob das auch draußen auf unebenem Boden praktikabel ist. Der Topfständer hat nämlich einen erheblich geringeren Durchmesser wie der Wärmetauscher, wodurch der Topf eher wie über den Topfständer gestülpt wirkt.
Flammenbild im DunkelnMein Hobokocher ist dagegen schon fast zu groß, zumindest ohne zusätzliche Topfauflage. Auch die Topfauflage des Trangia Mini sitzt eher passgenau zwischen den Wärmetauscherrippen. Trotzdem habe ich ihn für den ersten Vergleich mit interessantem Ergebnis genutzt. 900 ml Leitungswasser bekam ich damit im Litech Trek Kettle innerhalb 11:58 min zum Kochen, im EtaPower Pot in 12:51 min. Es dauerte also fast eine Minute länger. Mit diesem Ergebnis hätte ich nun wirklich nicht gerechnet. Ungefähr die gleiche Zeit hätte ich wegen dem für den Wärmetauscher wohl eher suboptimalen Topfständer noch erwartet, aber so kann man sich täuschen. Im Internet habe ich in diesem Zusammenhang gelesen, dass man bei Wärmetauschern den Trangiabrenner durchaus auch mal mit dem Regulierring nutzen soll. In meinem Trangia 27-7 habe ich das dann getestet, den Versuch aber nach einer Viertelstunde abgebrochen. Immerhin kann ich sagen, dass der EtaPower Pot 1,2 L in dem kleinen Trangiakocher grundsätzlich verwendbar ist.
Kein wirklich sicherer StandAm ehesten versprach ich mir aber sowieso einen erkennbaren Effekt beim Kochen auf Gas. Also packte ich als nächstes meinem kleinen Markill Peak Ignition aus. Dessen Topfauflage bietett allerdings nicht genug Standfläche für den Wärmetauscherring. Unterwegs in dieser Kombination zu kochen wäre eher eine unsichere Fummelei. Anders sieht das dann schon mit dem Markill Spider aus. Die Topfauflage passt und lässt Spielraum, zudem verfügt der Spider über einen stabilen Stand mit tiefem Schwerpunkt. Auf diesem Kocher durfte der EtaPower Pot dann endlich beweisen, dass er was kann. Ich startete den Kocher und regelte ihn auf eine mittlere Leistung ein. Mit dieser Einstellung erreichten die 900 ml Wasser im EtaPower Pot Schöne und effektive Kombinach rund 3:38 min. den Siedepunkt. Die gleiche Wassermenge im Litech Trek Kettle benötigte danach immerhin 8:32 min. Hierzu sei allerdings erwähnt, dass die genutzte Kartusche beim zweiten Topf dann auch auf Betriebstemperatur heruntergekühlt war und somit der Gasdruck gegebenenfalls etwas nachgelassen haben könnte. Zum Vergleich setzte ich danach in meinen Trangia 27-7 den Gasbrenner ein und wiederholte das Prozedere, also eine Einstellung mit etwa mittlerer Hitze, musste hier allerdings auf einen Trangiatopf mit dem original Kocherdeckel als Referenz zurückgreifen. Wie gut Kocher und Töpfe bei Trangia aufeinander abgestimmt sind, sieht man am erzielten Ergebnis. 900 ml Wasser im Trangiatopf kochten hier immerhin in 6:04 min, während die gleiche Wassermenge im EtaPower 5:43 min benötigte. Ergo sieht diese Kombination zwar auf den ersten Blick vielversprechend aus, rechnet sich aber nicht wirklich. Schließlich muss man berücksichtigen, dass bei dem Trangia-Set zum Transport alles schön kompakt ineinander passt; würde ich alternativ den EtaPower Pot mitnehmen, wäre dieser Vorteil dahin.

Optisch eigentlich vielversprechendWas nun noch zu testen blieb war mein Primus MultiFuel. Und wenn schon, dann sollte natürlich mit Benzin gekocht werden. Das Fauchen dieses Kochers hatte ich eh schon lange nicht mehr gehört und so kam er nun wenigstens für einen kleinen Test mal wieder zu Ehren. Als Einstellung nutzte ich auch hier wieder eine mittlere Leistung. Hier allerdings eher aus Rücksicht auf die innere Beschichtungen der Töpfe, da der Multifuel bei Bedarf ja doch ordentlich Dampf haben kann. Aber auch mit halber Kraft brachte ich im EtaPower Pot 900 ml Wasser innerhalb von eher großzügig gestoppten 3:31 min. zum Kochen. Im Litech Trek Kettle, obwohl fast zu klein für diesen Kocher, kochte das Wasser nach 5:34 min. Auch diese Zeit war eher großzügig gestoppt. Bei beiden Töpfen habe ich erst die Zeit genommen, als das Wasser ordentlich sprudelte. Danach hätte ich den Topf auf dem Multifuel natürlich noch im Gasbetrieb testen können, aber ich denke, ich habe alles herausgefunden, was ich wollte.

Primus Multifuel EX Flammenbild im Dunkeln


Mein Fazit: Ich finde, der Primus EtaPower Pot 1,2 L macht einen ganz guten Eindruck. Material und Innenbeschichtung wirken hochwertig und stabil und sollten dem Litech Trek Kettle entsprechen. Das Volumen des Topfes lässt den Spielraum, den ich mir bei dem kleinen Topf ab und an gewünscht habe. Dafür macht man hier im direkten Vergleich natürlich ein paar Zugeständnisse an Packmaß und Gewicht.
Was die Effizienz des Wärmetauschers angeht, so konnte ich beim Kochen mit Spiritus irgendwie keine erkennbare Leistungssteigerung feststellen. Beim Einsatz von Benzin und Gas schon. Hier scheint es allerdings auf die richtige Kombination anzukommen. Das Ergebnis, das mich am meisten beeindruckte, erzielte ich mit dem Markill Spider. Für mich der ideale Kocher zum Topf. Zumindest unter den mir zur Verfügung stehenden Kochern. Was ich hierbei nicht berücksichtigt habe, ist der Gasverbrauch. Ich war mir nicht sicher, ob die Genauigkeit meiner Küchenwaage dazu ausgereicht hätte. Aber auch so sollte eine weniger als halb so lange Kochzeit gegenüber dem normalen Topf genügend Aussagekraft besitzen.
Kommentar veröffentlichen