Sonntag, 17. Januar 2010

Conquering the Rhine...?

Wie ich ja schon am Freitag in meinem Posting schrieb, gab es da wohl mal ein paar Amerikaner, die sich im Alpenrhein furchtbar nass gemacht haben. Jetzt habe ich im DKV-Forum einen Hinweis gefunden. Es handelte sich dabei um Mike Schnitzka und William Perdzock, zwei Männer, die so etwas wie Speedcanoeing betreiben. Sie verfügen über mehr als zwanzig gemeinsame Jahre Paddelerfahrung und halten mit 23 Tage, 9 Stunden und 51 Minuten den Guinness-Buch-Rekord für die 3.975 km lange Befahrung des Mississippi, sowie den Rekord für den Wisconsin-River, den sie auf einer Strecke von 725 km in 4 Tagen, 2 Stunden und 22 Minuten bepaddelten.

Im Frühjahr 2007 wollten die Beiden also einen neuen Rekordversuch unternehmen. Die ganze Strecke des Rheins von Chur bis Rotterdam in sechs(!) Tagen in einem Renncanadier, der sicherlich nicht das geeignetste Boot für bewegtes Wasser ist.
Sie fanden jedenfalls genug Sponsoren und machten sich hochmotiviert im Januar als Team Hofbräu auf in die Schweiz für eine Erkundung. Leider haben sie wohl die Pegelstände im Jahresverlauf nicht so im Auge behalten. Als sie dann nämlich am 2. April 2007 starteten, war der Wasserstand bereits etwa einen Meter gefallen. Viele Bereiche des Alpenrheins waren für den flachen Renncanadier unpassierbar geworden. Innerhalb von neun Stunden mussten sie 25 mal umtragen und sind dreimal gekentert. Bei Buchs (km 40) sollen sie dann kapituliert haben. Für die Beiden sicher eine herbe Enttäuschung.
Für mich aber auch eine Warnung, die ich bei der Tourplanung beherzigen werde. Man sollte sich ja auf die herrschenden Bedingungen von Anfang an richtig einstellen und vorbereiten. Inzwischen bin ich auf die Seiten von Heinz Rüegger gestoßen, der einen kleinen Bericht über seine Tour von Chur nach Bad Ragaz schrieb. Auch er hatte von dem Rekordversuch gehört und bestätigt zumindest die zahlreichen, etwas zeitraubenden Portagen und die etwas heikleren Stellen. Ansonsten scheinen sie aber mit ihrem Ally-Canadier recht gut durchgekommen zu sein. Das gibt mir Hoffnung.

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